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Kompaktkamera: Sensor oder Zoom?

Bei Kompaktkameras entscheiden Sie vor allem, ob Ihnen eine große Zoom-Reichweite, ein größerer Sensor oder eine Festbrennweite ohne Zoom wichtiger ist. Der Sensor fängt das Licht für das Bild ein. Seine Größe beeinflusst unter anderem, wie viel Licht er aufnehmen kann. Ein Zoomobjektiv verändert den Bildausschnitt, ohne dass Sie den Standort wechseln müssen.

Der Markt für Kompaktkameras wächst wieder, und die Modelle setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Für weit entfernte Motive zählt die Zoom-Reichweite, bei wenig Licht die Sensorgröße und für einen festen Bildwinkel die Festbrennweite.

Markt für Kompaktkameras

Die Auslieferungszahlen der CIPA-Mitglieder zeigen nicht, wie viele Kameras tatsächlich an Endkunden verkauft wurden. Sie sagen auch nicht, welche Sensorgrößen oder Preisklassen besonders gefragt waren. Daraus lässt sich nicht schließen, dass kleine Kameras für jeden Zweck wieder gefragt sind. Hersteller setzen unterschiedliche Schwerpunkte, etwa starke Zooms oder kompakte Modelle mit fester Brennweite.

Was Sensorgröße bedeutet

Die Angaben „1/2,3 Zoll“, „1 Zoll“ und „APS-C“ bezeichnen Sensorformate. Sie geben die tatsächlichen Kantenlängen nicht genau an. Ein APS-C-Sensor ist deutlich größer als ein 1-Zoll-Sensor; ein 1-Zoll-Sensor ist wiederum größer als ein 1/2,3-Zoll-Sensor.

Bei vergleichbarer Technik hat ein größerer Sensor mehr Fläche für die Aufnahme und kann bei wenig Licht Vorteile bieten. Die Sensorgröße allein sagt aber nicht, wie gut eine Kamera in jeder Situation fotografiert. Auch das Objektiv und die Belichtung beeinflussen das Ergebnis. Hinzu kommen Bildverarbeitung und Stabilisierung. Deshalb lässt sich die Bildqualität anhand von Datenblättern nicht verlässlich einordnen.

Vier Konzepte im Vergleich

Die Brennweiten in der Tabelle sind Kleinbild-äquivalente Angaben. Sie beschreiben den Bildwinkel so, wie ihn eine Kleinbildkamera mit derselben Brennweite erfassen würde. So lassen sich Objektive an Kameras mit unterschiedlichen Sensorformaten leichter vergleichen.

Kamera oder Konzept Sensor Objektiv Schwerpunkt
Panasonic LUMIX TZ99, in den USA ZS99 1/2,3 Zoll, rund 20,3 Megapixel 24–720 mm, 30-facher optischer Zoom Sehr große Reichweite auf Reisen
Panasonic LUMIX TZ300 1 Zoll, 20,1 Megapixel 24–360 mm, 15-facher optischer Zoom Größerer Sensor mit weiterhin langem Zoom
Sony RX100 VII 1 Zoll, 13,2 × 8,8 mm 24–200 mm Kompakter Zoom mit kürzerer Tele-Reichweite
Ricoh GR III / GR IIIx APS-C, 24,2 Megapixel bei der GR III Festbrennweite: 28 mm bei der GR III, 40 mm bei der GR IIIx Fester Bildwinkel ohne optischen Zoom

Die Panasonic TZ99 reicht bis 720 mm und eignet sich damit besonders, wenn Sie weit entfernte Motive näher heranholen möchten. Bei der längsten Brennweite nennt der Hersteller eine maximale Blende von f/6,4. Das ist bei wenig Licht wichtig: Eine kleinere Blendenöffnung lässt weniger Licht auf den Sensor. Wer häufig bei Dämmerung oder in Innenräumen fotografiert, sollte diesen Punkt zusammen mit der Sensorgröße beachten.

Die TZ300 hat einen 1-Zoll-Sensor und ein Zoomobjektiv von 24 bis 360 mm. Ihre maximale Brennweite beträgt damit halb so viel wie bei der TZ99, ist aber länger als bei der Sony RX100 VII mit 24 bis 200 mm. Die TZ300 hat dafür einen größeren Sensor als die TZ99. Daraus allein folgt allerdings kein gemessener Qualitätsvorsprung. Die Produktdaten zur TZ300 stammen aus einer Ankündigung für Australien. Verfügbarkeit und Ausstattung unterscheiden sich je nach Markt.

Die Ricoh GR III und GR IIIx verzichten auf optischen Zoom und nutzen Festbrennweiten von 28 beziehungsweise 40 mm mit jeweils festem Bildwinkel. Sie passen, wenn Sie meist mit einem bestimmten Bildausschnitt fotografieren und den Abstand zum Motiv selbst wählen möchten. Ohne Zoom können Sie den Bildausschnitt nicht spontan anpassen. Dadurch unterscheiden sich diese Kameras von den Reisezoom-Modellen.

Was der Zoomfaktor verrät

Ein Zoomfaktor wie 30-fach beschreibt das Verhältnis zwischen kürzester und längster Brennweite. Für die Kaufentscheidung ist der konkrete Bereich oft hilfreicher: 24–720 mm zeigt direkt, dass das Objektiv mit einem weiten Bildwinkel beginnt und weit entfernte Motive stark heranholt. Die TZ300 deckt mit 24–360 mm ebenfalls den Weitwinkelbereich ab, erreicht aber nicht so weit.

Ein langer Zoom hilft etwa bei Landschaftsdetails, Tieren und anderen Motiven, denen Sie auf Reisen nicht näher kommen können. Er bringt aber nicht automatisch eine große Blendenöffnung bei der längsten Brennweite. Auch ein hoher Zoomfaktor allein sagt wenig darüber aus, wie scharf die Kamera bei jeder Brennweite abbildet. Wenn Sie selten weit entfernte Motive fotografieren, brauchen Sie den großen Zoom vielleicht nicht. Dann zahlen Sie womöglich für Größe und Ausstattung, die Sie kaum nutzen.

Welche Kompaktkamera zu Ihren Motiven passt

Für Reisen mit wechselnden Motiven ist ein großer Brennweitenbereich praktisch. Die TZ99 deckt mit 24–720 mm besonders viel ab. Wenn Ihnen ein größerer Sensor wichtiger ist und 360 mm Tele-Reichweite ausreichen, entspricht die TZ300 eher diesem Schwerpunkt. Für einen kürzeren, vielseitigen Zoom kommt die RX100 VII als weiteres Beispiel infrage.

Wenn Sie häufig bei wenig Licht fotografieren, vergleichen Sie Sensorformat und maximale Blende am langen Ende. Ein größerer Sensor kann dabei helfen, ist aber kein alleiniger Qualitätsmaßstab. Prüfen Sie außerdem, ob Sie den Bildwinkel flexibel ändern möchten. Bei einer Festbrennweite wie der Ricoh GR III oder GR IIIx verändern Sie den Bildausschnitt vor allem, indem Sie Ihre Position ändern. Der Bildwinkel bleibt fest.