Kompakte Digitalkameras sind wieder gefragt. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Kamera, Akku und Speicherkarte funktionieren und sich Bilder übertragen lassen.
Achten Sie bei einer gebrauchten Digicam auch auf das Zubehör. Fehlen das passende Ladegerät oder eine lesbare Speicherkarte, hilft selbst ein niedriger Preis wenig. Erst danach sollte der Retro-Look entscheiden.
Erst den Zweck klären
Überlegen Sie, was Sie mit der Kamera aufnehmen möchten. Möchten Sie den Look eines eingebauten Blitzes und Bilder, die etwas weniger glatt wirken, oder brauchen Sie vor allem eine einfache Kamera für Reisen? Eine kleine Kamera, die Sie tatsächlich mitnehmen, passt oft besser als ein leistungsfähigeres, aber unhandliches Modell.
Die Prüfpunkte gelten vor allem für ältere Kompaktkameras mit fest eingebautem Objektiv. Bei einer Systemkamera mit Wechselobjektiv müssen Sie zusätzlich das Objektiv und den Anschluss zwischen Kamera und Objektiv prüfen.
Das Angebot prüfen
Bevor Sie kaufen, notieren Sie die vollständige Modellnummer. Damit finden Sie heraus, welcher Akku und welche Speicherkarte passen und welches Ladegerät nötig ist. Rechnen Sie fehlendes Zubehör in den Gesamtpreis ein.
- Fotos des konkreten Geräts ansehen: Bitten Sie um aktuelle Bilder von Gehäuse, Objektiv, Display, Kartenfach und Batteriefach. Symbolbilder zeigen nicht den Zustand des angebotenen Exemplars.
- Funktionen bestätigen lassen: Fragen Sie, ob die Kamera tatsächlich aufnimmt und speichert. Lassen Sie sich nach Möglichkeit ein Foto zeigen, das mit genau diesem Gerät aufgenommen wurde, sowie ein kurzes Video beim Einschalten und Auslösen.
- Lieferumfang einzeln klären: Fragen Sie ausdrücklich nach Akku, Ladegerät, Speicherkarte, Kabel und Objektivdeckel. Die pauschale Angabe „mit Zubehör“ reicht nicht.
- Unklare Antworten ernst nehmen: „Sollte funktionieren“ ist kein Nachweis. Wenn der Verkäufer keine aktuellen Bilder oder Angaben zu grundlegenden Funktionen liefert, berücksichtigen Sie das Risiko beim Kauf oder suchen Sie weiter.
- Rückgabe und Kaufart prüfen: Klären Sie, ob Sie von einer Privatperson oder einem gewerblichen Händler kaufen und welche Rückgabe- und Gewährleistungsbedingungen gelten.
Die Kamera vor Ort testen
Bringen Sie, wenn möglich, einen geladenen Akku und eine Speicherkarte mit, von der Sie wissen, dass sie zur Kamera passt. So prüfen Sie das konkrete Gerät statt nur zu hören, dass es früher einmal funktioniert hat.
- Gehäuse und Objektiv ansehen: Achten Sie auf Risse, starke Dellen, lose Teile und Schäden an der Linse. Achten Sie darauf, ob das Objektiv beim Ein- und Ausfahren hängen bleibt oder auffällige Geräusche macht.
- Batteriefach kontrollieren: Suchen Sie nach Korrosion, ausgelaufenen Batterien und beschädigten Kontakten. Prüfen Sie auch, ob sich die Klappe sicher schließen lässt.
- Display und Tasten bedienen: Schalten Sie die Kamera ein, öffnen Sie das Menü und rufen Sie ein gespeichertes Bild auf. Achten Sie auf Flackern, dunkle Bereiche und Tasten, die nicht reagieren.
- Fotos aufnehmen und ansehen: Fotografieren Sie mehrere Motive, speichern Sie die Bilder und spielen Sie sie auf der Kamera wieder ab. Prüfen Sie ein gleichmäßig helles Motiv auf auffällige Linien oder Flecken.
- Blitz ausprobieren: Nehmen Sie ein Bild mit Blitz auf und prüfen Sie, ob die Kamera danach normal weiterarbeitet. Wenn der Blitz zum gewünschten Bildstil gehört, sollte diese Funktion vor dem Kauf getestet sein.
- Zoom und Autofokus testen: Zoomen Sie mehrmals durch den verfügbaren Bereich und fokussieren Sie auf nahe und weiter entfernte Motive. Bleibt das Bild dauerhaft unscharf oder bricht die Kamera den Vorgang wiederholt ab, kaufen Sie nur mit einem klaren Preisabschlag und einer passenden Rückgabemöglichkeit.
- Speicherkarte einsetzen: Speichern Sie ein Bild, nehmen Sie die Karte wieder heraus und prüfen Sie, ob sich die Datei auslesen lässt.
Akku, Speicherkarte und Fotoübertragung prüfen
Bei alten Kameras hängt es oft vom Zubehör ab, ob sie sich im Alltag nutzen lassen: Akkus altern, und manche Modelle benötigen seltene Kartenformate oder ein bestimmtes Ladegerät. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf anhand der Modellnummer die Herstellerangaben zur Kartenkompatibilität. Form und Größe einer Karte allein garantieren nicht, dass die Kamera sie unterstützt.
Überlegen Sie auch, wie Sie die Fotos auf einen Computer oder ein Smartphone übertragen. Ein passender Kartenleser ist häufig die einfachste Lösung, doch für seltene Kartenformate ist er nicht immer leicht zu finden. Ein sichtbarer Anschluss an der Kamera beweist außerdem nicht, dass ein aktueller Rechner sie direkt erkennt. Klären Sie den Transferweg, bevor Sie bezahlen.
Preis und Kaufbedingungen abwägen
Vergleichen Sie mehrere Angebote desselben Modells und berücksichtigen Sie den Zustand sowie das enthaltene Zubehör. Ein niedriger Angebotspreis sagt wenig aus, wenn Akku, Ladegerät, Karte und Kartenleser extra dazukommen. Auch die Zahl der Auslösungen ersetzt keine Funktionsprüfung. Bei älteren Kompaktkameras ist diese Angabe möglicherweise gar nicht verfügbar.
Bei einem Kauf von einem gewerblichen Händler gelten andere Regeln als beim Privatkauf. Bei gebrauchter Ware kann ein Händler die Gewährleistungsfrist unter gesetzlichen Voraussetzungen auf ein Jahr verkürzen. Für private Verkäufe besteht grundsätzlich kein Widerrufsrecht; außerdem lassen sich Gewährleistungsrechte dort vertraglich ausschließen. Lesen Sie die Bedingungen vor dem Bezahlen und lassen Sie konkrete Funktionszusagen schriftlich festhalten.