Eine Kamera mit kleinerem Sensor zeigt mit demselben Objektiv weniger von der Szene als eine Vollformat-Kamera. Der Crop-Faktor gibt diesen Unterschied als Zahl an: An einer APS-C-Kamera mit Faktor 1,5 liefert ein Objektiv ungefähr den Bildwinkel eines Objektivs mit 1,5-facher Brennweite an Vollformat. Die Grundidee ist schnell verstanden und im Alltag leicht anzuwenden.
Was der Crop-Faktor bedeutet
Als Referenz dient das Vollformat, auch Kleinbild genannt. Kameras mit kleineren Sensoren, etwa APS-C oder Micro Four Thirds, fangen nur den mittleren Teil des Bildkreises ein, den das Objektiv projiziert. Dadurch wird der sichtbare Ausschnitt schmaler, obwohl das Objektiv unverändert bleibt. Der Crop-Faktor gibt an, um wie viel schmaler dieser Ausschnitt im Vergleich zum Vollformat ist. Übliche Werte sind 1,5 für APS-C bei Nikon, Sony und Fujifilm, 1,6 bei Canon APS-C und 2,0 bei Micro Four Thirds.
So rechnen Sie die Brennweite um
Multiplizieren Sie einfach die Brennweite mit dem Crop-Faktor, um den Bildwinkel zu vergleichen. Das funktioniert für jede Brennweite und jeden Sensortyp.
Welches Objektiv passt zu welchem Sensor
Der Crop-Faktor verändert die Objektivwahl spürbar. Wer an APS-C oder Micro Four Thirds ein echtes Weitwinkelbild möchte, braucht kürzere Brennweiten als am Vollformat. Umgekehrt wirkt der Faktor beim Tele wie eine kostenlose Verlängerung der Brennweite. Achten Sie beim Objektivkauf also nicht nur auf die aufgedruckte Brennweite, sondern rechnen Sie den Bildwinkel für Ihren Sensortyp um.
Was der Crop-Faktor nicht verändert
Die tatsächliche Brennweite des Objektivs bleibt gleich. Der Crop-Faktor beschreibt nur den Bildausschnitt. Andere Eigenschaften wie Schärfentiefe und Lichtstärke sind nicht Teil dieser Umrechnung. Fotografen sind sich uneinig, ob man beim Vergleich zwischen APS-C und Vollformat auch Blende und ISO-Wert umrechnen sollte. Für die reine Bildausschnitt-Frage, um die es hier geht, genügt die Brennweiten-Umrechnung.