Die passende Speicherkarte für Fotos und 4K-Videos finden

Die meisten Digitalkameras arbeiten am besten mit einer SD-Karte von 128 GB und der Geschwindigkeitsklasse V30. V30 garantiert eine Mindestschreibgeschwindigkeit, die für typische Foto-Serien und 4K-Videos mit üblichen Bitraten reicht.

Die Marketing-Zahl auf der Verpackung ist zweitrangig. Wichtiger sind eine konstante Schreibgeschwindigkeit, ein zweiter Kartenslot in der Kamera und eine Sicherungskopie der Daten am Abend.

Was die Geschwindigkeitsklassen bedeuten

Die Video-Speed-Class auf SD-Karten wird mit V10, V30, V60 oder V90 angegeben. Die Zahl gibt die minimale Schreibgeschwindigkeit in Megabyte pro Sekunde an, die die Karte über längere Zeit halten muss. V30 hat also eine geringere Mindestgeschwindigkeit als V60, und V60 eine geringere als V90. Diese Mindestwerte sind wichtiger als die große Zahl auf der Vorderseite, die oft nur eine kurze Spitzengeschwindigkeit beim Lesen oder Schreiben angibt.

Für die meisten Kameras reicht V30. Wenn Ihre Kamera 4K-Video mit einer moderaten Bitrate aufzeichnet, hat eine V30-Karte dafür deutlich Luft. Erst wenn Ihre Kamera mit sehr hohen Bitraten arbeitet, brauchen Sie V60 oder V90. Diese hohen Bitraten finden sich vor allem in professionellen Videokameras und einigen spiegellosen Systemkameras der Oberklasse.

Die konkrete Anforderung steht im Handbuch Ihrer Kamera, in dem der Hersteller angibt, welche Geschwindigkeitsklasse für die jeweilige Videoauflösung und Bildrate nötig ist. Wenn Sie diese Angabe ignorieren und eine zu langsame Karte verwenden, bricht die Aufnahme ab oder die Kamera schaltet auf eine niedrigere Qualität um.

Wann V90 oder CFexpress sinnvoll ist

Eine V90-Karte kostet deutlich mehr als eine V30-Karte. Verlangt Ihre Kamera nur V30, zahlen Sie für Geschwindigkeit, die Sie nicht nutzen können. Prüfen Sie also zuerst das Handbuch, bevor Sie zu einer teureren Karte greifen.

CFexpress-Karten sind ein anderer Kartentyp, den viele aktuelle Profi-Kameras neben oder statt SD-Karten verwenden. Sie sind deutlich schneller als SD-Karten, kosten aber mehr und brauchen einen passenden Slot in der Kamera. CFexpress lohnt sich nur, wenn Ihre Kamera diesen Kartentyp unterstützt und Sie die hohe Geschwindigkeit wirklich brauchen, etwa bei langen Serien mit hoher Bildrate oder bei 8K-Video. Für eine Kamera, die nur SD-Karten aufnimmt, ist CFexpress keine Option.

Ein erfahrener Event-Fotograf empfiehlt für den Alltag SanDisk Extreme PRO-Karten. Diese Marke ist weit verbreitet und gilt als zuverlässig. Die genauen Modelle hängen von Ihrer Kamera ab, denn nicht jede Kamera unterstützt jede Geschwindigkeitsklasse oder jeden Kartentyp. Die Empfehlung stammt aus der Praxis eines einzelnen Fotografen mit Fokus auf Events und Business-Shootings und ist kein allgemeingültiges Gesetz, sondern ein guter Ausgangspunkt, den Sie mit den Angaben aus Ihrem Kamerahandbuch abgleichen sollten.

Warum 128 GB reichen

Eine 128-GB-Karte bietet genug Platz für mehrere tausend Fotos oder mehrere Stunden 4K-Video, ohne dass Sie mitten im Shooting wechseln müssen. Kleinere Karten füllen sich schneller, und genau dann zeigt die Kamera „Karte voll“, wenn Sie den entscheidenden Moment nicht verpassen wollen. Größere Karten sind praktisch, aber auch teurer. Wenn eine Karte defekt ist, verlieren Sie bei einer großen Karte mehr Daten auf einmal.

Für die meisten Fotografen ist 128 GB der beste Kompromiss aus Preis, Kapazität und Risiko. Wenn Sie ausschließlich lange 4K-Videos aufnehmen, kann eine größere Karte sinnvoll sein. Für reine Fotografie reicht 128 GB meist locker für einen ganzen Tag.

Serienbilder und der Puffer

Bei Serienaufnahmen legt die Kamera die Bilder zuerst in einem internen Zwischenspeicher ab, dem Puffer, und schreibt sie von dort auf die Karte. Der Puffer arbeitet schnell, hat aber nur begrenzten Platz. Wenn die Karte zu langsam ist, füllt sich der Puffer mitten in der Serie, und die Kamera verlangsamt die Bildrate oder stoppt die Aufnahme. Eine Karte mit konstanter Schreibgeschwindigkeit hält den Puffer länger leer und ermöglicht längere Serien.

Die benötigte Schreibgeschwindigkeit für Serienbilder hängt von der Kamera ab. Bei sehr hohen Bildraten und großen Dateien kann die Datenmenge so groß werden, dass sie keine SD-Karte schafft, auch keine V90. Deshalb haben Profi-Kameras große Puffer und schreiben die Bilder nach und nach auf die Karte. Je länger Ihre Serien sind und je größer die einzelnen Dateien, desto schneller sollte die Karte schreiben. V30 reicht für viele Kameras, aber wenn Ihre Serien regelmäßig abbrechen, ist eine V60- oder V90-Karte die richtige Antwort.

Dual-Slot und Reservekarten

Viele Kameras haben zwei Kartenslots. Sie können die Karten so konfigurieren, dass die zweite Karte als Spiegel dient und jedes Bild sofort auf beiden Karten gespeichert wird. Das schützt vor Datenverlust, wenn eine Karte ausfällt. Wenn Ihre Kamera diese Funktion bietet, sollten Sie sie nutzen, besonders bei wichtigen Aufnahmen wie Hochzeiten oder bezahlten Shootings.

Zusätzlich sollten Sie immer eine Reservekarte dabeihaben. Eine kleine, günstige Karte im Kamerafach oder in der Tasche reicht, um im Notfall weitermachen zu können. Wenn die Hauptkarte voll ist oder defekt, stecken Sie die Reservekarte ein und verlieren keine Aufnahmen. Am Abend sollten Sie die Fotos von der Karte auf eine Festplatte oder in die Cloud übertragen. Eine Karte ist kein Archiv, sondern ein Zwischenspeicher. Wer die Daten nur auf der Karte lässt, riskiert, alles zu verlieren, wenn die Karte beschädigt wird oder verloren geht.

Fake-Karten erkennen

Gefälschte Speicherkarten sehen aus wie Originale, haben aber eine deutlich geringere Kapazität oder Geschwindigkeit als aufgedruckt. Eine Fake-Karte mit angeblich 128 GB kann nach wenigen hundert Fotos voll sein oder Aufnahmen mit Fehlern speichern.

Sie erkennen Fälschungen meist am Preis. Ein deutlich günstigerer Preis als bei seriösen Händlern ist ein Warnsignal. Kaufen Sie Speicherkarten nur bei vertrauenswürdigen Quellen, also bei großen Elektronikhändlern oder direkt beim Hersteller. Nach dem Kauf können Sie die Karte mit einem Testprogramm am Computer prüfen, das die tatsächliche Kapazität und Geschwindigkeit misst. Bei einer echten Karte sollten die gemessenen Werte nahe an den angegebenen liegen.

Formatieren in der Kamera

Formatieren Sie Speicherkarten am besten in der Kamera selbst. Die Kamera legt dabei das Dateisystem an, das sie für ihre Aufnahmen braucht, und erstellt die Ordnerstruktur richtig. Wenn Sie die Karte am Computer formatieren, kann das Dateisystem von dem abweichen, was die Kamera erwartet, und im schlimmsten Fall zu Fehlern beim Speichern oder Lesen der Bilder führen.

Sichern Sie vor dem Formatieren alle Aufnahmen. Das Formatieren löscht alle Daten auf der Karte, auch solche, die Sie vielleicht noch nicht übertragen haben. Wenn Sie die Karte in der Kamera formatieren, wählen Sie die Option „Karte formatieren“ oder „Karte initialisieren“ im Menü. Eine vollständige Formatierung, die alle Daten überschreibt, ist nicht nötig. Die schnelle Formatierung reicht, weil die Kamera die Karte ohnehin neu beschreibt.