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Die passende Digicam für den Alltag

Wenn Sie unterwegs mit einer eigenen Kamera fotografieren, sollte sie schnell einsatzbereit sein, gut in der Hand liegen und den passenden Bildausschnitt bieten. Eine Digicam ist eine kompakte Digitalkamera mit fest eingebautem Objektiv. Gegenüber dem Smartphone bietet sie häufig einen optischen Zoom oder eine bewusst einfache Bedienung.

Die höchste Megapixelzahl ist beim Kauf selten entscheidend. Überlegen Sie zuerst, ob Sie entfernte Motive heranzoomen oder vor allem Menschen, Essen und Alltagsszenen fotografieren möchten. Davon hängt ab, welche Kamera im Alltag zu Ihnen passt.

Wann sich eine Digicam lohnt

Ein Smartphone ist praktisch, wenn Sie Bilder direkt teilen und hauptsächlich bei gutem Licht fotografieren. Eine separate Kamera lohnt sich eher, wenn Sie einen stärkeren optischen Zoom möchten, lieber eine Kamera statt eines Smartphones in der Hand halten oder beim Fotografieren nicht zwischen Kamerafunktionen und anderen Funktionen wechseln wollen.

Optischer Zoom verändert die Brennweite des Objektivs und holt ein Motiv näher heran, ohne es nur digital zu vergrößern. Ein Digitalzoom beschneidet dagegen das Bild. Vergleichen Sie beim Kauf deshalb die Angabe zum optischen Zoom. Ein großer Zoom hilft bei entfernten Motiven, etwa auf Reisen oder bei Veranstaltungen. Für Alltagsszenen aus der Nähe sind eine passende Weitwinkelperspektive und eine einfache Bedienung oft wichtiger.

Drei Kameratypen im Vergleich

Günstige Kompaktkameras bieten eine einfache Grundausstattung. Die Kodak Pixpro FZ55 ist ein Beispiel: Der Hersteller nennt einen fünffachen optischen Zoom, 16 Megapixel und Full-HD-Video. Das reicht als Ausgangspunkt, wenn Sie eine separate Kamera mit Zoom suchen und keine besonders große Reichweite erwarten. Die Herstellerangaben sagen allerdings nichts darüber aus, wie gut Autofokus und Bildqualität in der Praxis sind.

Reisezoom-Kameras bieten deutlich mehr Reichweite. Die Panasonic Lumix ZS99 deckt laut Hersteller, auf das Kleinbildformat umgerechnet, einen Brennweitenbereich von 24 bis 720 Millimetern ab. Die Canon PowerShot SX740 HS reicht von 24 bis 960 Millimetern. Die Kleinbild-Entsprechung beschreibt, welchem Bildausschnitt die Brennweite bei einer Kleinbildkamera entspricht. So können Sie den Bildausschnitt verschiedener Kameras vergleichen. Beide Modelle zeigen, wie weit die Zoomangaben auseinanderliegen können. Der große Zoombereich hilft, wenn Sie weit entfernte Motive fotografieren.

Eine Premium-Kompakte mit Festbrennweite verfolgt einen anderen Ansatz. Die Ricoh GR IV hat ein festes Objektiv mit einer Kleinbild-Entsprechung von 28 Millimetern. Sie bietet keinen Zoom, sodass Sie den Bildausschnitt durch Ihre Position verändern müssen. Dafür hat sie einen größeren Sensor im APS-C-Format. Diese Bauart passt, wenn Sie gern mit einer festen Perspektive fotografieren und keinen großen Zoom benötigen.

Worauf es beim Schnappschuss ankommt

Eine Kamera mit vielen Funktionen ist im Alltag nur dann hilfreich, wenn Sie sie schnell bedienen können. Achten Sie vor dem Kauf auf einen gut erreichbaren Auslöser und darauf, dass der Automatikmodus ohne langes Suchen startet. Nehmen Sie die Kamera in die Hand: Lässt sich der Zoom fein genug steuern, und können Sie sie sicher halten?

Achten Sie außerdem auf das Display. Bei hellem Tageslicht sollte es gut lesbar sein; ein neigbares Display erleichtert Aufnahmen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln. USB-C-Laden und eine Verbindung zum Smartphone können den Alltag ebenfalls vereinfachen. Die Panasonic Lumix ZS99 bietet laut Hersteller USB-C, WLAN und Bluetooth sowie ein neigbares Touchdisplay. Probieren Sie am besten direkt aus, ob Sie mit der Menüführung und der Übertragung aufs Smartphone gut zurechtkommen.

Ein langer Zoom bringt auch Einschränkungen mit sich. Bei der Lumix ZS99 nennt Panasonic am Tele-Ende eine maximale Blendenöffnung von F6,4 bis F8,0, bei der Canon SX740 HS reicht sie von F3,3 bis F6,9. Die Blendenöffnung beeinflusst, wie viel Licht das Objektiv durchlässt. Für Innenräume und Abendaufnahmen sollten Sie daher nicht allein auf die maximale Zoomreichweite achten.

Was die Digicam-Auslieferungszahlen zeigen

Der Branchenverband CIPA veröffentlicht Auslieferungszahlen zu Kameras mit fest eingebautem Objektiv.

Die Zahlen umfassen mehr als kleine Pocket-Kameras und messen Auslieferungen der teilnehmenden Hersteller, nicht direkte Käufe durch Kundinnen und Kunden. Der Trend bedeutet daher nicht, dass jede Digicam-Kategorie gleichermaßen wächst. Bei den Modellen stehen unterschiedliche Bedürfnisse nebeneinander: Reisezooms bieten viel Reichweite, Premium-Kompakte setzen auf größere Sensoren oder eine feste Perspektive.

Welche Digicam zu Ihren Motiven passt

Legen Sie zuerst fest, welche Motive Sie am häufigsten fotografieren. Für entfernte Motive ist ein großer optischer Zoom hilfreich. Bei Familienfotos und in Innenräumen, aber auch für Straßenszenen zählen eine gut nutzbare Weitwinkelperspektive und eine schnelle Automatik. Wenn Sie eine Kamera möglichst klein halten möchten, prüfen Sie auch das Gewicht und die tatsächlichen Außenmaße.

Vergleichen Sie die Megapixelzahl nicht für sich allein. Die Zahl beschreibt die Bildauflösung, aber nicht allein die Bildqualität bei wenig Licht oder die Geschwindigkeit des Autofokus. Prüfen Sie ebenso, ob ein Sucher für Sie wichtig ist, welche Speicherkarte die Kamera benötigt und ob ein Ersatzakku oder eine Tasche zusätzliche Kosten verursacht. Preise und Lagerbestände ändern sich; Herstellerpreise aus anderen Ländern sind kein verlässlicher Hinweis auf den aktuellen Verkaufspreis in Deutschland.