Einsteigerkameras unter 500 Euro
Wer zum ersten Mal eine Kamera kaufen möchte und dafür nicht mehr als 500 Euro ausgeben will, hat nur eine kleine Auswahl. Neue Systemkameras, also spiegellose Kameras oder Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiv, kosten bei den meisten Herstellern erst ab etwa 1.000 Euro ohne Objektiv.
In dieser Preisklasse gibt es daher nur neue Kompakt- und Bridgekameras; günstige Systemkameras gibt es nur gebraucht. Für die Bildqualität zählen nicht die Megapixel, sondern Sensorgröße, Autofokus und Objektivsystem.
Neue Kameras unter 500 Euro
Unter den Neugeräten unter 500 Euro finden Sie vor allem Kompaktkameras mit fest verbautem Objektiv. Sie sind leicht, unkompliziert und passen in jede Jackentasche, besitzen aber meist kleine Sensoren. Die Sensorfläche bestimmt, wie viel Licht die Kamera einfängt und wie gut die Bilder bei Dämmerung oder in Innenräumen gelingen. Je größer der Sensor, desto weniger Bildrauschen und desto besser die Schärfe bei wenig Licht.
Bridgekameras sind die zweite Kategorie unter den Neugeräten. Sie wirken wie Spiegelreflexkameras, haben aber ein fest verbautes Objektiv mit großem Zoombereich. Der Sensor bleibt auch hier klein. Für Alltagsfotos, Urlaubsbilder und Schnappschüsse im Hellen reichen beide Typen völlig aus. Wer jedoch später Objektive tauschen und in eine umfangreichere Ausrüstung investieren möchte, stößt mit einer Kamera mit festem Objektiv schnell an Grenzen.
Gebrauchte Systemkameras unter 500 Euro
Wenn Sie eine Kamera mit Wechselobjektiv und größerem Sensor möchten, führt am Gebrauchtmarkt kein Weg vorbei. Dort finden Sie ältere Systemkameras mit APS-C-Sensor zu Preisen unter 500 Euro. Der APS-C-Sensor ist deutlich größer als die Sensoren in Kompaktkameras. Diese Kameras waren bei ihrem Erscheinen deutlich teurer. Ein Modell, das lange Zeit als bestes Gesamtpaket in diesem Bereich galt, ist die Panasonic Lumix G91. Sie hat einen Micro-Four-Thirds-Sensor, der etwas kleiner ist als APS-C. Ob Sie sie aktuell als Restbestand oder im Gebrauchthandel bekommen, lässt sich pauschal nicht sagen, da sich die Verfügbarkeit ständig ändert. Ähnliche Angebote gibt es auch von Canon, Sony und Nikon für ältere Spiegelreflex- und spiegellose Modelle.
Der Gebrauchtkauf verlangt etwas Geduld: Vergleichen Sie Preise, prüfen Sie den Auslöser auf Kratzer oder Schäden und achten Sie darauf, dass der Akku und das Ladegerät funktionieren. Die meisten Kameras in diesem Segment sind einige Jahre alt, funktionieren aber zuverlässig. Ein seriöser Händler gibt in der Regel Gewährleistung, während Privatverkäufe ohne Garantie günstiger sind, aber mehr Risiko bedeuten.
Worauf Sie nicht sparen sollten
Auch bei kleinem Budget gibt es drei Punkte, an denen Sie nicht sparen sollten, weil sie die Bedienung und die Bildqualität direkt beeinflussen.
Der Autofokus ist der wichtigste Posten. Ein langsamer oder unzuverlässiger Autofokus führt zu unscharfen Bildern, gerade bei bewegten Motiven wie Kindern oder Haustieren. Achten Sie auf Modelle mit Phasenerkennungs-Autofokus (einer Autofokus-Technik, die schneller scharfstellt als einfachere Systeme) oder zumindest auf Kameras, die in Tests als flott gelten.
Das Objektiv hat mehr Einfluss auf die Schärfe und die Bildwirkung als die Kamera selbst. Ein gutes Kit-Objektiv, also das Objektiv, das mit der Kamera verkauft wird, ist wichtiger als eine hohe Auflösung. Ein lichtstarkes Objektiv mit großer Blendenöffnung erlaubt zudem Fotos bei wenig Licht ohne Blitz.
Die Sensorgröße sollten Sie der Megapixelzahl vorziehen. Ein APS-C-Sensor erzeugt in der Regel sauberere Bilder als ein kleiner Sensor, selbst wenn dieser eine höhere Megapixelzahl hat. Die oft beworbene hohe Megapixelzahl bringt nur Vorteile, wenn Sie extrem große Ausdrucke planen oder stark in die Bilder hineinzoomen wollen. Für den normalen Alltagsgebrauch reichen etwa 20 Megapixel völlig aus.
Kompakt, Bridge oder Systemkamera?
Für wen eignet sich welche Kameraart? Eine Kompaktkamera passt zu Ihnen, wenn Sie unkompliziert fotografieren und die Kamera immer dabeihaben möchten. Sie ist der beste Begleiter für Reisen und Familienfeiern, sofern Sie keine besonderen Ansprüche an Bewegungsunschärfe oder Bildqualität bei wenig Licht stellen.
Eine Bridgekamera macht Sinn, wenn Sie viel zoomen möchten, etwa für Tier- oder Sportfotografie, ohne mehrere Objektive mitzuschleppen. Der Preis dafür ist die geringere Bildqualität bei wenig Licht und die Größe des Gehäuses.
Eine gebrauchte Systemkamera lohnt sich, wenn Sie bereit sind, Zeit in die Einarbeitung zu investieren und langfristig verschiedene Objektive zu nutzen. Sie bietet die beste Bildqualität im Budget, erfordert aber ein separates Objektiv und meist etwas mehr Gepäck.