Kamera auf Reisen: Ausruestung, Schutz und Packliste

Kamera, Objektive und Akkus gehören ins Handgepäck. Das ist die wichtigste Regel beim Verreisen mit der Kamera. Die häufigsten Probleme unterwegs: leerer Akku, volle Speicherkarte und fehlender Schutz vor Regen oder Diebstahl. Mit einer durchdachten Packliste und ein paar Gewohnheiten bleibt die Ausrüstung heil und Sie bleiben flexibel.

Die richtige Kameratasche wählen

Eine Kameratasche, die als Handgepäck zugelassen ist, nimmt die meisten Sorgen. Sie passt in die Gepäckablage oder unter den Sitz, und Sie haben die Kamera jederzeit griffbereit. Ein Rucksack mit gepolsterten Fächern verteilt das Gewicht besser als eine Umhängetasche und lässt sich auf langen Fußstrecken bequemer tragen. Achten Sie darauf, dass die Fächer individuell verstellbar sind, damit die Kamera nicht klappert und Objektive sich nicht gegenseitig berühren.

Wenn Sie zusätzlich ein Stativ mitnehmen, prüfen Sie, ob Sie es außen an der Tasche befestigen können oder ob es in ein Seitenfach passt. Ein Stativ, das zu Hause bleibt, weil es nicht in die Tasche passt, nützt Ihnen unterwegs nichts. Planen Sie die Tasche so, dass Sie für den Tagesausflug nicht das gesamte Gepäck mitnehmen müssen. Eine kleine Umhängetasche für den Stadtbummel und ein größerer Rucksack für den Transport sind eine sinnvolle Kombination.

Akkus und Speicherkarten

Ein leerer Akku ist der klassische Reisefehler. Nehmen Sie mindestens einen zweiten, voll geladenen Akku mit, besser zwei, wenn Sie viel fotografieren. Laden Sie alle Akkus am Vorabend und packen Sie sie in eine feste Hülle, damit die Kontakte nicht kurzschließen. Viele Kameras laden über USB, sodass eine Powerbank unterwegs als Notfallquelle dient. Das ist besonders auf langen Tagen ohne Steckdose nützlich.

Speicherkarten sind günstig und klein. Nehmen Sie zwei bis drei Karten mit, statt sich auf eine große zu verlassen. Eine volle Karte mitten am Tag ist dann kein Problem. Sie wechseln einfach die Karte. Beschriften Sie die Karten oder verwenden Sie verschiedene Farben, damit Sie wissen, welche bereits voll ist. Formatieren Sie die Karten erst nach dem Backup, nie vorher.

Backup auf Reisen

Die schönsten Bilder nützen nichts, wenn die Speicherkarte verloren geht oder defekt ist. Machen Sie am Abend im Hotel ein Backup. Dafür reicht ein Tablet, ein Laptop oder ein externes Laufwerk mit Kartenleser. Kopieren Sie die Bilder des Tages auf zwei Speicherorte, zum Beispiel auf das Laufwerk und in eine Cloud. Wenn Sie keine Cloud nutzen möchten, reicht auch eine zweite Speicherkarte, die Sie abwechselnd verwenden.

Ein Backup am Abend dauert nicht lange und verhindert, dass Sie die Bilder eines ganzen Tages verlieren. Wenn Sie nur wenige Bilder machen, können Sie auch nur die wichtigsten Aufnahmen sichern. Die Regel lautet: Erst wenn die Bilder an zwei Orten liegen, dürfen Sie die Karte wieder formatieren.

Kamera unterwegs reinigen

Staub, Sand und Fingerabdrücke verschmutzen die Kamera am häufigsten. Ein Mikrofasertuch für die Linse gehört in jede Tasche. Für den Sensor brauchen Sie einen Blasebalg, aber nur, wenn Sie wissen, was Sie tun. Sensorreinigung ist eine heikle Sache, und falsche Werkzeuge machen mehr Schaden als Staub. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Sensorreinigung zu Hause vom Fachbetrieb machen.

Sand ist der schlimmste Feind. An Stränden oder in Wüsten öffnen Sie die Kamera nur, wenn es nötig ist, und wechseln die Objektive nicht bei Wind. Ein Ziplock-Beutel oder eine kleine, dichte Tasche schützt die Kamera, wenn Sie sie nicht benutzen. Verwenden Sie kein Druckluftspray für die Kamera. Es enthält oft Feuchtigkeit und kann den Sensor beschädigen.

Schutz vor Regen und Nässe

Ein Regenschauer kommt oft schneller als gedacht. Eine einfache Regenhülle für die Kamera, die Sie über das Gehäuse und das Objektiv ziehen, kostet wenig und passt in jede Tasche. Alternativ funktioniert ein klarer Plastikbeutel mit einem Gummiband, wenn Sie nichts anderes haben. Die Kamera selbst ist nicht wasserdicht, auch wenn sie gut abgedichtet ist. Nässe beschädigt die Elektronik und führt zu teuren Reparaturen.

Wenn Sie bei Regen fotografieren möchten, schützen Sie die Kamera beim Objektivwechsel besonders. Wechseln Sie die Objektive im Trockenen oder unter einem Vordach. Nach einem Regentag lassen Sie die Kamera bei Zimmertemperatur trocknen, bevor Sie sie wieder in die Tasche stecken. Eine feuchte Kamera in einer geschlossenen Tasche schimmelt und bildet Kondenswasser.

Kamera vor Diebstahl schützen

Touristen sind für Diebe ein begehrtes Ziel, und Kameras stehen hoch im Kurs. Der beste Schutz ist eine unauffällige Tasche, die nicht nach teurer Fotoausrüstung aussieht. Ein schlichter Rucksack ohne Kamera-Logo und ohne aufgeschnalltes Stativ fällt weniger auf. Lassen Sie die Kamera nicht unbeaufsichtigt auf dem Tisch oder im Café liegen, auch wenn Sie nur kurz zur Toilette gehen.

Ein Tragegurt, der nicht leicht abzunehmen ist, und ein kleiner Karabiner, der die Tasche am Tischbein befestigt, machen es einem Dieb schwerer. In vollen Zügen oder Bussen halten Sie die Tasche auf dem Schoß und nicht im Gepäckfach. Statt die Kamera nur um den Hals zu hängen, führen Sie den Gurt quer über den Körper. So kann sie nicht einfach von hinten abgezogen werden.

Flugreise mit Kamera

Die Kamera, die Objektive und die Akkus gehören ins Handgepäck. Im Frachtraum können Temperaturen und Erschütterungen die Ausrüstung beschädigen. Die Akkus sind in der Kabine sicherer. In der Kabine gelten für Lithium-Akkus bestimmte Regeln: Ersatzakkus gehören in die Handgepäcktasche, nicht ins aufgegebene Gepäck. Die meisten Airlines erlauben Akkus bis zu einer bestimmten Wattstundenzahl, die normale Kamera-Akkus einhalten.

Ein Stativ kann je nach Airline ins Handgepäck oder in den Koffer. Wenn Sie ein Stativ mitnehmen, achten Sie darauf, dass es zusammengeklappt nicht zu lang ist. Viele Airlines haben Begrenzungen für Handgepäckmaße, und ein zu langes Stativ wird am Gate abgelehnt. Messen Sie das Stativ vor der Reise und prüfen Sie die Regeln der Airline.