Kamera und Objektive unterwegs reinigen
Staub, Sand, Regen, Sonnencreme und Fingerabdrücke belasten die Frontlinse. Reinigen Sie sie unterwegs mit der richtigen Methode, denn die Linsenbeschichtung verkratzt schnell. Ein wenig Staub ist kein Notfall. Ein Fingerabdruck trübt das Bild jedoch spürbar.
Für die Reinigung unterwegs gehört das richtige Werkzeug in die Fototasche. Die Sensorreinigung machen Sie besser zu Hause.
Was der Frontlinse unterwegs zusetzt
Die Frontlinse ist das am stärksten beanspruchte Teil der Kamera. Beim Wandern setzt sich feiner Staub ab, am Strand kommt Sand dazu, bei Regen bleiben Tropfen auf dem Glas und im Sommer kleben Sonnencreme und Schweiß daran. Auch Fusseln aus der Jackentasche oder Spritzer vom Essen landen schnell auf dem Objektiv.
Ein dünner Staubfilm auf der Frontlinse fällt auf dem Bild kaum auf. Er kostet etwas Kontrast, aber die Kamera stellt darauf normalerweise nicht falsch scharf. Ein Fingerabdruck ist anders: Das Fett streut das Licht und erzeugt einen Schleier über dem ganzen Bild. Deshalb lohnt es sich, gerade Fingerabdrücke schnell zu entfernen, während Staub bis zur nächsten Pause warten kann.
Das gehört in die Fototasche
Für unterwegs reichen vier Dinge: ein Gummiball zum Abblasen, ein weicher Pinsel, ein Linsenreiniger-Stift und ein Mikrofasertuch. Der Gummiball entfernt losen Staub, ohne das Glas zu berühren. Der Pinsel nimmt Sandkörner auf, bevor sie beim Wischen über die Linse kratzen. Der Linsenreiniger-Stift, oft unter dem Namen LensPen bekannt, hat an einem Ende eine weiche Filzfläche und am anderen eine Bürste. Das Mikrofasertuch wischt Fett und Fingerabdrücke ab.
Was Sie nicht brauchen: Druckluftdosen aus dem Bürobedarf. Sie stoßen kaltes Treibmittel aus, das auf der Linse landet und Schlieren hinterlässt. Auch Papiertaschentücher und Hemdsärmel sind tabu, weil ihre Fasern die Beschichtung zerkratzen können.
Linsen reinigen: erst blasen, dann wischen
Die Reihenfolge entscheidet, ob die Reinigung Schaden anrichtet. Bei trockenem Staub blasen Sie zuerst mit dem Gummiball über die Frontlinse. Was danach noch haftet, zum Beispiel Sandkörner, nehmen Sie mit dem Pinsel auf. Erst wenn kein loser Staub mehr auf der Linse liegt, kommt das Tuch oder der Reinigungsstift an das Glas.
Wischen Sie nie über trockenen Sand. Die Körner wirken wie Schleifpapier und hinterlassen dauerhafte feine Kratzer in der Beschichtung. Dasselbe gilt für Staub, den Sie mit dem Tuch über die Linse ziehen, ohne vorher zu blasen. Bei hartnäckigen Flecken geben Sie einen Tropfen Reinigungsflüssigkeit auf das Tuch, nicht direkt auf die Linse. Die Flüssigkeit läuft sonst in die Ritzen zwischen Glas und Fassung.
Fingerabdrücke entfernen
Ein Fingerabdruck besteht aus Fett und löst sich nur mit Feuchtigkeit. Ein trockenes Tuch verschmiert ihn nur. Nehmen Sie das Mikrofasertuch, geben Sie einen Tropfen Linsenreiniger darauf und wischen Sie in Kreisen von der Mitte nach außen. Der Reinigungsstift funktioniert genauso: Fahren Sie mit der Filzfläche in Kreisen über den Abdruck, bis er verschwindet.
Wenn Sie keine Flüssigkeit dabei haben, hilft ein leicht angehauchtes Tuch. Der Atem bringt genug Feuchtigkeit auf das Glas, um das Fett zu lösen. Diese Methode ist für die Frontlinse unbedenklich, solange das Tuch sauber ist.
Sand und Staub: was Sie vermeiden sollten
Am Strand und bei Wind gilt: Objektivwechsel nur mit dem Rücken zum Wind oder im Auto. Beim Wechsel liegt die Kamera mit geöffnetem Bajonett frei. Schon ein einziges Sandkorn auf dem Sensor hinterlässt auf jedem Bild einen dunklen Punkt. Die Objektivkappe gehört immer auf die Linse, wenn Sie nicht fotografieren, und die Staubkappe auf das Kameragehäuse, sobald das Objektiv abgenommen ist.
Wenn Sand auf das Gehäuse oder die Linse gelangt, blasen Sie ihn ab, statt zu wischen. Sandkörner sind hart und kantig, sie ritzen Glas und Kunststoff. Auch die Ritzen am Gehäuse, etwa um die Tasten und das Display, reinigen Sie besser mit dem Pinsel als mit dem Tuch, weil das Tuch die Körner nur hineindrückt.
Sensor reinigen: das gehört nach Hause
Bevor Sie den Sensor reinigen, müssen Sie wissen, ob er überhaupt verschmutzt ist. Stellen Sie eine kleine Blende ein, etwa f/16, fokussieren Sie manuell auf die nächste Entfernung und fotografieren Sie eine helle, gleichmäßige Fläche wie den Himmel oder eine weiße Wand. Dunkle Punkte oder Flecken auf dem Bild kommen vom Sensor. Eine kleine Blende macht sie sichtbar, weil sie die Schärfe über das ganze Bild verteilt.
Die Sensorreinigung selbst sollten Sie nicht unterwegs machen. Sie brauchen Ruhe, Zeit und einen sauberen Raum mit geschlossenen Türen und Fenstern, damit kein Luftzug neuen Staub in das Kameragehäuse bläst. Dafür brauchen Sie einen Gummiball, eine beleuchtete Lupe, Reinigungsflüssigkeit und passende Tupfer in Sensorgröße.
Unterwegs sollten Sie höchstens mit dem Gummiball vorsichtig Staub aus dem Gehäuse blasen, wenn Sie den Sensor wechseln müssen. Ein Tupfer oder gar ein Tuch gehört nicht in die offene Kamera, solange Sie nicht in einer staubfreien Umgebung arbeiten. Ein paar Staubkörner auf dem Sensor schaden den Bildern weniger als ein Kratzer, den eine überstürzte Reinigung hinterlässt.
Gehäuse und Bajonett
Das Gehäuse reinigen Sie mit dem Mikrofasertuch und dem Pinsel. Das Tuch nimmt Schweiß, Sonnencreme und Fett von der Außenhaut. Der Pinsel erreicht die Ecken um Tasten, Display und Gelenke. Achten Sie darauf, dass kein Wasser in die Anschlüsse läuft, etwa an der USB- oder Mikrofonbuchse.
Das Bajonett, also die Metallfassung, an der das Objektiv einrastet, bleibt am besten staubfrei. Wenn sich dort Schmutz sammelt, kann er zwischen Gehäuse und Objektiv gelangen und beim Wechseln auf den Sensor fallen. Ein sauberer Pinsel und die Staubkappe, die Sie immer aufsetzen, wenn kein Objektiv montiert ist, halten das Bajonett in Ordnung.