Kameraausrüstung im Flugzeug transportieren
Wer mit Kamera, Objektiven und Zubehör fliegt, muss die Ausrüstung unbeschadet durch die Sicherheitskontrolle bringen. Kamera, Objektive und Akkus gehören ins Handgepäck, nicht in den Frachtraum.
Lithium-Ionen-Akkus können bei Beschädigung oder Kurzschluss Feuer fangen. Deshalb unterliegen sie im Frachtraum strengen Beschränkungen.
Was ins Handgepäck gehört
Die Kameratasche mit Gehäuse, Objektiven und Speicherkarten ist im Handgepäck grundsätzlich erlaubt. Das gilt für die meisten Fluggesellschaften, solange die Tasche in die Maße für Handgepäck passt. Eine große Tasche mit mehreren Objektiven kann allerdings über die zulässigen Abmessungen hinausgehen, deshalb sollten Sie vor dem Packen die Vorgaben der jeweiligen Airline prüfen.
Empfindliche Teile wie das Gehäuse und die Objektive sollten Sie niemals im aufgegebenen Koffer transportieren. Im Frachtraum werden Gepäckstücke gestapelt und geworfen, und die Temperatur- und Druckschwankungen schaden der Optik. Wenn Sie die Ausrüstung trotzdem im Koffer mitnehmen müssen, etwa weil das Handgepäck voll ist, packen Sie sie in eine harte, gepolsterte Box und legen Sie sie in die Mitte des Koffers zwischen weiche Kleidung.
Akkus und Powerbanks
Lithium-Ionen-Akkus gelten als Gefahrgut, weil sie bei Beschädigung, Kurzschluss oder Überhitzung in Brand geraten können. Deshalb gibt es für sie besondere Regeln. Geräte mit fest eingebautem Akku, also Kamera, Smartphone oder Laptop, dürfen ins Handgepäck. Ersatzakkus für die Kamera ebenfalls, solange sie eine Kapazität von höchstens 100 Wattstunden (Wh) haben. Die Wattstunde gibt an, wie viel Energie der Akku speichert. Typische Kameraakkus liegen weit unter dieser Grenze, Powerbanks für längere Drehtage bleiben ebenfalls meist darunter.
Ersatzakkus müssen einzeln verpackt werden, damit die Kontakte nicht mit Metall oder mit anderen Akkus in Berührung kommen. Die Kontakte lassen sich mit Klebeband abkleben, oder Sie stecken jeden Akku in eine eigene kleine Tasche beziehungsweise eine Plastikhülle. In der Kameratasche kann ein loser Akku an einem Objektiv oder an einem Schlüsselbund kurzschließen und sich stark erhitzen.
Akkus gehören immer ins Handgepäck. Im Frachtraum sind lose Ersatzakkus in den meisten Fällen gar nicht erlaubt, und auch Geräte mit Akku dürfen dort nur unter bestimmten Bedingungen mitfliegen. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Akku oder eine Powerbank die Grenzwerte einhält, finden Sie die Kapazität in Wattstunden auf dem Aufkleber. Fehlt diese Angabe, hilft die Herstellerwebsite.
Stativ mitnehmen
Ein Stativ ist im Handgepäck grundsätzlich erlaubt, solange es keine scharfen Kanten oder auffällige Metallspitzen hat. Letztlich entscheidet das Sicherheitspersonal am Kontrollpunkt. Ein kompaktes Reisestativ, das zusammengeklappt in eine Seitentasche der Kameratasche passt, bereitet selten Probleme. Ein großes Stativ mit spitz zulaufenden Beinen kann dagegen abgelehnt werden, weil es als Waffe eingestuft werden könnte.
Die Größe entscheidet außerdem darüber, ob das Stativ als Handgepäck durchgeht oder in den Frachtraum muss. Viele Fluggesellschaften erlauben neben dem Handgepäckstück ein Stativ als persönlichen Gegenstand, andere zählen es zum Haupthandgepäck. Fragen Sie am besten vor dem Flug nach, oder packen Sie ein kleines Reisestativ in die Kameratasche. Für ein großes Stativ, das ohnehin in den Koffer muss, lohnt sich eine gepolsterte Stativtasche, damit die Beine nicht an anderen Gepäckstücken scheuern.
An der Sicherheitskontrolle
An der Sicherheitskontrolle müssen Sie die Kameratasche in der Regel separat aufs Band legen, damit sie nicht von anderen Gepäckstücken verdeckt wird. Laptops und Tablets müssen in den meisten Fällen aus der Tasche genommen und in eine eigene Wanne gelegt werden. Ob auch die Kamera selbst aus der Tasche muss, hängt vom Flughafen und vom Gerät ab. Eine spiegellose Kamera mit Objektiv bleibt oft in der Tasche, ein großes Gehäuse mit langem Teleobjektiv kann das Sicherheitspersonal auffordern, es herauszunehmen.
Nehmen Sie die Kamera nicht am Tragegurt um den Hals durch den Metalldetektor, sondern legen Sie sie in die Wanne. Das beschleunigt die Kontrolle und vermeidet, dass Sie aufgefordert werden, die Kamera abzunehmen. Wenn die Sicherheitskräfte die Tasche öffnen wollen, lassen Sie sie gewähren und erklären Sie kurz, was sich darin befindet. Wehren Sie sich nicht gegen die Kontrolle, das führt nur zu Verzögerungen.
Typische Verpackungsfehler
Der häufigste Fehler ist, Akkus lose in der Tasche zu transportieren. Ein Akku, der im Fach neben einem Objektiv rutscht, kann an den Kontakten kurzschließen. Der zweite Fehler: Die Kamera mit montiertem Objektiv ungeschützt in die Tasche zu werfen, sodass das Objektiv beim Aufsetzen der Tasche auf den Boden einen Schlag abbekommt. Legen Sie die Kamera mit dem Objektiv nach unten in ein gepolstertes Fach, oder trennen Sie Gehäuse und Objektiv und schützen Sie die Bajonettfassung mit einer Rückdeckel-Kappe.
Ein weiterer Fehler ist, das Stativ außen an der Tasche zu befestigen. Es ragt dann über die Handgepäckmaße hinaus und wird an der Kontrolle oder beim Boarding beanstandet. Packen Sie das Stativ in die Tasche oder in den Koffer. Und schließlich: Speicherkarten gehören nicht in den aufgegebenen Koffer. Wenn der Koffer verloren geht, verlieren Sie mit den Karten auch alle Bilder. Stecken Sie die Karten in ein Etui im Handgepäck, am besten direkt nach dem Flug in die Kameratasche.