Das neueste Kameramodell kostet zum Marktstart den vollen Preis, die Vorgängerversion ist oft deutlich günstiger. Die technischen Unterschiede zwischen zwei Generationen sind häufig kleiner als der Preisunterschied.
Ob sich der Griff zum Vorgänger für Sie lohnt, hängt davon ab, welche Neuerungen das aktuelle Modell mitbringt und welche Funktionen Sie tatsächlich nutzen.
Preisvorteile richtig einschätzen
Der größte Vorteil: Sobald ein Hersteller ein neues Modell ankündigt, sinken die Preise für das Vorgängermodell. Händler räumen ihre Lager, und auch die Preisempfehlung des Herstellers wird häufig gesenkt. Je länger ein Modell auf dem Markt ist, desto größer wird der Abstand zum Nachfolger. Bei Modellen, die zwei oder drei Jahre alt sind, kann man oft einen erheblichen Teil des Neupreises sparen.
Vergleichen Sie die Preise nicht nur zwischen Vorgänger und Nachfolger, sondern auch zwischen verschiedenen Händlern. Auslaufmodelle werden nicht überall gleich stark reduziert. Preisvergleichsportale zeigen, wo die Restbestände am günstigsten sind. Auch die Wahl zwischen Neuware und generalüberholten Geräten ist wichtig: Manche Händler verkaufen Rückläufer oder Ausstellungsstücke mit Garantie deutlich günstiger als fabrikneue Ware.
Technische Unterschiede zwischen Vorgänger und Nachfolger
Entscheidend ist, was Sie für den Aufpreis zum Nachfolger bekommen. Bei vielen Kameraherstellern sind die Unterschiede von einer Generation zur nächsten moderat. Häufig verbessern sich Autofokus, Bildprozessor oder Videoauflösung. Ein neuer Sensor oder eine bessere Bildstabilisierung kommen seltener vor, können aber den Ausschlag geben.
Ein Beispiel: Bietet das neue Modell einen größeren Sensor oder eine deutlich bessere Serienbildgeschwindigkeit, profitieren Sport- und Naturfotografen davon. Wer hauptsächlich Landschaften, Porträts oder Alltagsszenen aufnimmt, merkt den Unterschied oft kaum. Gleiches gilt für Video: Wer nur gelegentlich in Full-HD filmt, hat von einer neuen 4K-Funktion wenig. Prüfen Sie deshalb die technischen Daten beider Modelle und fragen Sie sich, welche Funktionen Ihre eigenen Aufnahmen tatsächlich verbessern.
Worauf Sie beim Vergleich achten sollten
Stellen Sie die Datenblätter beider Modelle nebeneinander und konzentrieren Sie sich auf die Punkte, die für Ihre Art zu fotografieren wichtig sind. Dazu gehören die Sensorgröße, die Anzahl der Autofokuspunkte, die maximale Serienbildrate und die Videoauflösung. Achten Sie auch auf Akkulaufzeit und Gewicht, denn diese Werte beeinflussen den Alltag stärker als manche Marketingversprechen.
Ein oft übersehener Punkt ist die Software-Unterstützung. Hersteller liefern für ältere Modelle nicht unbegrenzt Firmware-Updates. Wenn ein Vorgängermodell schon mehrere Jahre alt ist, prüfen Sie, ob es noch aktuelle Updates erhält und ob bekannte Fehler behoben wurden. Auch die Verfügbarkeit von Zubehör wie Akkus, Griffen oder Blitzgeräten ist wichtig. Bei sehr alten Modellen wird es mit der Zeit schwieriger, Ersatzteile zu bekommen.
Wann sich der Kauf des Vorgängers lohnt
Ein Vorgängermodell ist die bessere Wahl, wenn die Neuerungen des Nachfolgers für Ihre Zwecke keine Rolle spielen. Das ist häufig der Fall, wenn die Hersteller nur kleine Verbesserungen vornehmen, etwa einen schnelleren Prozessor oder eine leicht höhere Auflösung. Wenn Sie die Kamera für Reisen, Familienfotos oder Hobbyaufnahmen nutzen, reicht ein zwei oder drei Jahre altes Modell in den meisten Fällen völlig aus.
Anders sieht es aus, wenn die neue Generation einen grundlegenden Sprung macht. Dazu zählen ein neuer Sensortyp, eine deutlich bessere Bildstabilisierung oder ein komplett überarbeitetes Autofokussystem. Wenn diese Funktionen für Ihre Arbeit entscheidend sind, lohnt sich der Aufpreis. Auch bei der Anschaffung eines neuen Objektivsystems sollten Sie prüfen, ob der Vorgänger mit den aktuellen Objektiven kompatibel ist.