Digitalkameratrends
Kamerafinder →
Kaufen und Gebraucht

Die passende Kompaktkamera finden

Wenn Ihnen die Fotos Ihres Smartphones nicht reichen, eine Kamera mit Wechselobjektiven aber zu groß oder zu aufwendig ist, passt eine Kompaktkamera. Mit dem fest eingebauten Objektiv wählen Sie zugleich Sensorgröße, maximale Öffnung und Zoomreichweite.

Was Sie fotografieren, entscheidet, welche Eigenschaften wichtig sind. Ein größerer Bildsensor, der das Licht für das Foto aufnimmt, hilft bei wenig Licht. Ein Zoom mit großer Reichweite holt entfernte Motive näher heran. Ein Objektiv mit großer Öffnung lässt mehr Licht hinein und erleichtert Innenaufnahmen. Meist bekommen Sie nicht alle drei Vorteile zugleich.

Legen Sie zuerst Ihr Budget fest

Es gibt einfache Kompaktkameras und teure Premiumgeräte. Die Preise und das Angebot ändern sich; eine feste Unter- oder Obergrenze gibt es nicht. Bestimmen Sie vor der Suche, wie viel Sie ausgeben möchten, und prüfen Sie dann, welche Ausstattung in diesem Rahmen verfügbar ist.

Ein Vorgängermodell kann eine günstige Wahl sein, wenn es Ihren Anforderungen entspricht. Vergleichen Sie die technischen Daten und den aktuellen Preis mit dem Nachfolger, statt allein auf die Modellnummer zu achten. Ein neues Modell bringt nicht automatisch einen Vorteil, der den Aufpreis für Ihre Fotos rechtfertigt.

Vergleichen Sie Sensor und Megapixel

Der Bildsensor nimmt das Licht auf, aus dem die Kamera das Foto erzeugt. Ein größerer Sensor bietet bei vergleichbarer Technik Vorteile bei wenig Licht und kann das Bildrauschen verringern. Die Megapixelzahl gibt an, wie viele Bildpunkte der Sensor für ein Foto nutzt. Mehr Megapixel bedeuten für sich genommen jedoch keine bessere Bildqualität: Für die Bildqualität zählen außerdem Sensorgröße und Objektiv. Auch die Bildverarbeitung spielt eine Rolle.

Achten Sie deshalb auf beide Angaben. Die Sony RX100 VII hat einen Sensor im sogenannten 1-Zoll-Format und 20,1 Megapixel. Die Panasonic Lumix TZ99 erreicht mit einem kleineren Sensor im 1/2,3-Zoll-Format rund 20,3 Megapixel. Die Bezeichnung „1 Zoll“ beschreibt dabei ein Sensorformat, keine tatsächliche Diagonale von 2,54 Zentimetern. Sony gibt für den Sensor der RX100 VII Abmessungen von 13,2 × 8,8 Millimetern an.

Prüfen Sie die Blende des Objektivs

Die Blendenzahl zeigt, wie weit sich das Objektiv maximal öffnen lässt. Eine kleinere Zahl bedeutet eine größere Öffnung, durch die mehr Licht fällt und die Aufnahmen bei wenig Licht erleichtert. Bei einem Zoomobjektiv nennt ein Wert wie F2,8–4,5 die maximale Öffnung an den Enden des Zoombereichs. Die Kamera ist am Tele-Ende also weniger lichtstark als am Weitwinkel-Ende.

Prüfen Sie deshalb beide Werte, nicht nur den günstigeren am Anfang des Zoombereichs. Bei der Sony RX100 VII wird der Brennweitenbereich kleinbildäquivalent angegeben; die Blende beträgt F2,8–4,5. „Kleinbildäquivalent“ bedeutet, dass der Bildwinkel mit dem einer Kleinbildkamera verglichen wird. So lassen sich Brennweiten verschiedener Sensorformate leichter einordnen.

Wählen Sie den Zoom nach Motiven

Ein großer Zoombereich ist nützlich, wenn Sie häufig weit entfernte Motive fotografieren, etwa auf Reisen oder bei Veranstaltungen. Er macht die Kamera aber nicht automatisch besser. Reisezoom-Modelle verbinden die große Reichweite oft mit einem kleineren Sensor und einer geringeren Lichtstärke.

Die Panasonic Lumix TZ99 zeigt diesen Schwerpunkt: Sie zoomt kleinbildäquivalent von 24 bis 720 Millimetern und hat eine maximale Blende von F3,3–6,4. Die RX100 VII reicht weniger weit, kombiniert den kürzeren Zoombereich aber mit einem größeren Sensor. Welche Kamera besser passt, hängt davon ab, ob Ihnen die große Reichweite oder die bessere Leistung bei wenig Licht wichtiger ist.

Ein späterer Bildzuschnitt am Computer zeigt einen engeren Ausschnitt, verringert aber die Zahl der Bildpunkte und damit die verfügbaren Details. Bei gleicher Kameraposition bleibt die Perspektive gleich; ein anderer Standort verändert sie. Ein Zuschnitt ersetzt ein optisches Teleobjektiv daher nicht in jeder Situation.

Testen Sie Bedienung und Ausstattung

Technische Daten sagen wenig darüber aus, ob Sie mit einer Kamera gut zurechtkommen. Halten Sie das Gerät vor dem Kauf in der Hand und prüfen Sie, ob Sie Auslöser, Zoom und wichtige Einstellungen bequem erreichen. Wenn Sie häufig bei wenig Licht fotografieren, achten Sie auch auf die Bildstabilisierung. Sie gleicht kleine Bewegungen der Kamera aus, friert aber kein bewegtes Motiv ein.

Prüfen Sie auch Display und Akku sowie das Speicherkartenformat. Wenn Sie einen Sucher benötigen, vergleichen Sie auch diesen. Prüfen Sie die Angaben für das konkrete Modell und überlegen Sie, welche Funktionen Sie tatsächlich verwenden. Für gelegentliche Urlaubsfotos zählt die einfache Bedienung oft mehr als eine umfangreiche Ausstattung.