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Objektive

Reicht das Kit-Objektiv für den Anfang?

Die erste Systemkamera wird meist zusammen mit dem Kit-Objektiv verkauft, dem einfachen Standard-Zoom des Herstellers. Die Blendenzahl gibt an, wie viel Licht das Objektiv durchlässt: Je kleiner die Zahl, desto mehr Licht erreicht den Sensor. Für den Anfang reicht das Kit-Objektiv fast immer. Es deckt die üblichen Alltagssituationen ab. Seine Grenzen zeigen sich erst bei schwachem Licht, bei gewünschter Hintergrundunschärfe und bei weit entfernten Motiven.

Was das Kit-Objektiv gut kann

Das Kit-Objektiv ist vielseitig. Bei kurzer Brennweite erfasst das Objektiv einen breiten Bildwinkel, der für Landschaften, Stadtansichten und Gruppenfotos passt. Am langen Ende zieht es den Bildausschnitt zusammen und eignet sich für Einzelporträts und Detailaufnahmen aus kurzer Distanz. Ein einziges Objektiv deckt den gesamten Alltag ab. Sie fotografieren morgens eine Straßenszene und nachmittags das Mittagessen im Restaurant, ohne zwischendurch zu wechseln.

Bei Tageslicht reicht die Lichtstärke für die meisten Situationen aus. Wenn Sie die Kamera auf eine mittlere Blende stellen, liefert das Objektiv über das gesamte Zoomfeld hinweg scharfe Ergebnisse. Die Bildqualität genügt für Urlaubsfotos, Familienbilder und den Einstieg in die Fotografie, solange Sie die Bilder in normaler Größe betrachten und nicht am Bildschirm bei starker Vergrößerung nach Details suchen.

Die Grenzen des Kit-Objektivs

An drei Stellen wird es regelmäßig eng. Die erste Grenze ist das schwache Licht. Ein Kit-Objektiv lässt deutlich weniger Licht an den Sensor als lichtstärkere Modelle. In Innenräumen, bei Dämmerung oder an bewölkten Abenden muss die Kamera die Empfindlichkeit stark erhöhen oder eine lange Belichtungszeit wählen. Ohne Stativ entstehen dann körnige Bilder oder verwackelte Aufnahmen.

Die zweite Grenze ist die geringe Hintergrundunschärfe. Um ein Motiv aus dem Hintergrund herauszulösen, braucht die Optik eine große Blendenöffnung. Mit der üblichen Blende am langen Ende bleibt der Hintergrund bei normalen Abständen meist erkennbar scharf. Porträts wirken dann flacher. Ganz verschwinden lässt sich der Hintergrund mit dem Kit-Objektiv nur selten.

Die dritte Grenze ist die fehlende Reichweite. Die Brennweite des Kit-Objektivs reicht nicht, um Vögel, Tiere im Gehege oder Spieler auf dem Sportplatz heranzuholen. Dafür bräuchten Sie ein langes Teleobjektiv, und das gehört üblicherweise nicht zum Kit.

Wann ein besseres Objektiv sich lohnt

Kaufen Sie ein neues Objektiv erst, wenn Sie konkret an eine dieser Grenzen stoßen, nicht vorsorglich. Beobachten Sie über ein paar Wochen, welche Motive Ihnen misslingen. Wenn Sie vor allem abends in der Wohnung oder bei Veranstaltungen fotografieren, hilft ein Objektiv mit großer Blende, etwa eine Festbrennweite. Wenn Sie hauptsächlich Menschen fotografieren möchten, ist eine feste Brennweite mit großer Blende die übliche und günstige Wahl, weil sie mehr Licht hereinlässt und den Hintergrund weicher zeichnet. Wenn Sie häufig weit entfernte Motive anvisieren, etwa auf Reisen oder bei Tieraufnahmen, lohnt ein Telezoom mit längerer Brennweite.

Achten Sie dabei auf die Reihenfolge. Ein einziges gut gewähltes Objektiv, das zu Ihrer häufigsten Motivart passt, bringt mehr als mehrere billige Ergänzungen. Das Kit-Objektiv müssen Sie nach dem Kauf nicht ablegen. Es bleibt als Allrounder für Tageslicht und Reisen sinnvoll, während das neue Objektiv die Situation übernimmt, die Sie vorher verpasst haben.