Sinnvolles Kamerazubehör für den Einstieg
Beim Kauf einer neuen Kamera liegt im Karton nur das Nötigste: Gehäuse, Objektiv, ein Akku und ein Ladekabel. Für die ersten Ausflüge reicht das, aber spätestens nach ein paar Stunden Fotografieren merken Sie, was fehlt.
Besorgen Sie zuerst vier Teile: eine kleine Tasche, eine zweite Speicherkarte, einen Ersatzakku und ein passendes Ladegerät. Damit vermeiden Sie die zwei häufigsten Pannen: einen leeren Akku und eine volle Karte, genau wenn das Motiv vor der Linse steht. Alles andere ergänzen Sie nach und nach, je nachdem, wofür Sie fotografieren.
Die Tasche zuerst kaufen
Eine kleine Tasche ist das wichtigste Zubehör, weil sie Ihre Kamera schützt und Sie dazu zwingt, Ordnung zu halten. Sie brauchen keine große Kameratasche mit Platz für drei Objektive. Für den Einstieg reicht ein kompaktes Modell, das die Kamera mit angesetztem Objektiv aufnimmt und zusätzlich Platz für zwei Akkus und ein paar Speicherkarten bietet. Eine gute Wahl ist eine kleine Tasche mit Klettverschluss auf der Rückseite, die Sie am Gürtel oder am Rucksackträger befestigen können. Sie hat ein Reißverschlussfach für Speicherkarten oder ein Objektivtuch und einen doppelten Steckplatz mit Klettverschluss, damit die Kamera nicht herausrutscht. Solche Taschen gibt es in der Größe von etwa 9 x 11 Zentimetern aus Polyester, und sie kosten deutlich weniger als ein großes Kamerarucksack-System.
Achten Sie beim Kauf auf zwei Dinge: Die Tasche muss die Kamera mit dem größten Objektiv aufnehmen, das Sie besitzen, und der Verschluss muss auch mit einer Hand zu öffnen sein. Wenn Sie die Kamera ständig heraus- und wieder hineinstecken, ist ein umständlicher Verschluss ein tägliches Ärgernis. Eine Tasche, die nur auf dem Rücksitz des Autos liegt, erfüllt ihren Zweck nicht. Sie sollte dort sein, wo Sie fotografieren, also am Gürtel, an der Schulter oder im Rucksack.
Zweite Speicherkarte einplanen
Eine Speicherkarte ist kein Ort, an dem Sie sparen sollten, aber Sie brauchen nicht die teuerste Karte im Regal. Für die meisten Einsteigerkameras reicht eine SD-Karte mit der Geschwindigkeitsklasse UHS-I, die beim Schreiben von Fotos und kurzen Videosequenzen nicht bremst. Wenn Sie viel Serienbildaufnahmen machen oder 4K-Video aufnehmen, lohnt sich eine Karte mit UHS-II, die schneller schreibt. Die Kapazität sollte ausreichend groß sein, damit Sie nicht nach jedem Ausflug die Karte leeren müssen.
Der wichtigere Punkt ist die Zweitkarte. Wenn die erste Karte voll ist oder Sie sie zu Hause vergessen haben, haben Sie mit einer zweiten Karte in der Tasche immer eine Reserve. Wechseln Sie die Karten, bevor sie voll sind. Wenn die Anzeige noch etwa ein Viertel Restplatz zeigt, nehmen Sie die frische Karte. So müssen Sie nicht mitten in einer Aufnahme die Karte wechseln und das Motiv verpassen. Bewahren Sie die Ersatzkarte in der kleinen Tasche auf, zusammen mit den Akkus.
Ersatzakku und Ladegerät gehören zusammen
Ein Ersatzakku verdoppelt Ihre Aufnahmezeit, aber er nützt wenig, wenn Sie ihn nicht laden können. Viele Kameras werden mit einem Ladegerät geliefert, das den Akku nur über das USB-Kabel im Gehäuse lädt. Das bedeutet: Solange die Kamera am Kabel hängt, können Sie nicht fotografieren. Ein separates Ladegerät, das den Akku außerhalb der Kamera lädt, ist deshalb die bessere Wahl. Sie laden einen Akku im Ladegerät, während Sie mit dem zweiten Akku in der Kamera weiterfotografieren.
Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Ladegerät zum genauen Akkutyp Ihrer Kamera passt. Die Bezeichnung steht auf dem Akku, zum Beispiel NP-FW50 bei vielen Sony-Kameras oder LP-E17 bei Canon. Ein Ladegerät, das mehrere Akkutypen lädt, ist praktisch, wenn Sie mehrere Kameras besitzen, aber für den Einstieg reicht ein einfaches Modell für genau Ihren Akku. Einige Ladegeräte laden zwei Akkus gleichzeitig, das ist komfortabel, aber kein Muss. Wenn Sie viel unterwegs sind, achten Sie auf ein Modell, das über USB lädt, dann können Sie es an einer Powerbank betreiben.
Wechseln Sie den Akku nach dem Restpuffer-Prinzip, also solange noch ein ausreichender Restpuffer an Ladung übrig ist. Dann haben Sie genug Puffer, um die Aufnahme zu Ende zu bringen, ohne dass die Kamera mitten im Bild ausgeht. Ein leerer Akku lässt sich nicht durch Einstellungen oder Tricks retten, Sie brauchen die physische Reserve.
Zubehör für Reise, Porträt und Natur
Sobald Sie Tasche, Speicherkarte, Ersatzakku und Ladegerät haben, hängt die weitere Ausrüstung davon ab, was Sie fotografieren möchten. Für Reisen und Wanderungen ist ein stabiles Stativ sinnvoll, das zusammengeklappt in den Rucksack passt. Für Porträts lohnt sich ein Objektiv mit großer Blendenöffnung, zum Beispiel eine lichtstarke Festbrennweite, die den Hintergrund weich zeichnet. Für Natur- und Makrofotografie brauchen Sie ein Makroobjektiv oder Zwischenringe, die das vorhandene Objektiv näher heranholen.
Ein Blitzgerät ist für Einsteiger meistens kein Muss, weil die meisten Kameras einen eingebauten Blitz haben. Wenn Sie jedoch häufig in Innenräumen fotografieren oder Menschen bei Veranstaltungen, verbessert ein externer Blitz die Bildqualität deutlich, weil er das Licht nicht frontal, sondern indirekt über die Decke wirft. Ein Filter für das Objektiv, etwa ein Polfilter für Landschaftsaufnahmen, ist eine günstige Ergänzung, die Reflexionen auf Wasser und Glas reduziert.
Eine sinnvolle Reihenfolge für die Anschaffung: Zuerst die vier Grundteile, dann ein Stativ, wenn Sie Landschaften oder Innenräume aufnehmen, dann ein Objektiv, wenn Sie merken, dass das Kit-Objektiv Sie einschränkt. Kaufen Sie nicht alles auf einmal, sondern erst dann, wenn Sie konkret an eine Grenze stoßen. Das spart Geld und verhindert, dass Sie Ausrüstung besitzen, die Sie nie benutzen.