Videokamera: Welche Technik sich für Urlaub, Sport und Veranstaltungen lohnt
Eine Videokamera lohnt sich heute vor allem dann, wenn du über längere Zeit filmen, entfernte Motive mit optischem Zoom aufnehmen oder ein externes Mikrofon anschließen möchtest. Für kurze Clips und spontane Reisefotos reicht ein modernes Smartphone oft aus. Ein Camcorder bietet dagegen eine bessere Ergonomie, einen größeren Zoombereich und eine Bedienung, die auf bewegte Bilder ausgelegt ist.
Der Begriff Videokamera umfasst mehrere Gerätekategorien. Dazu gehören kompakte Camcorder, semiprofessionelle Handheld-Camcorder, spiegellose Systemkameras mit Videofunktion, Actioncams und Smartphones. Welche Variante passt, hängt deshalb stärker vom Einsatzgebiet als von der maximalen Auflösung ab.
Für wen lohnt sich eine Videokamera?
Eine eigene Videokamera ist besonders sinnvoll, wenn du:
- Familienfeiern, Schulaufführungen oder Konzerte über längere Zeit aufnehmen möchtest,
- entfernte Motive mit starkem optischem Zoom aufnimmst,
- Sport, Tiere oder Bühnenauftritte dokumentierst,
- ein Mikrofon und Kopfhörer anschließen willst,
- das Smartphone während der Aufnahme für andere Aufgaben benötigst,
- eine ruhige, sichere Handhabung mit Zoomhebel und Aufnahmetaste bevorzugst.
Für spontane Kurzvideos, soziale Netzwerke und Aufnahmen bei gutem Licht bietet ein Smartphone dagegen oft den einfacheren Weg. Es ist bereits vorhanden, verarbeitet das Material automatisch und ermöglicht das direkte Teilen.
Eine Actioncam eignet sich für Radfahren, Skifahren, Wassersport und andere Situationen, in denen eine kleine, robuste Kamera mit sehr weitem Blickwinkel gefragt ist. Sie ersetzt keinen Camcorder, wenn du Personen aus größerer Entfernung filmen oder längere Veranstaltungen mit sauberem Ton aufzeichnen möchtest.
Camcorder, Smartphone, Systemkamera oder Actioncam?
| Gerätekategorie | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|
| Smartphone | Immer verfügbar, kompakt, automatische Bildverarbeitung, direkte Weitergabe | Begrenzter optischer Zoom, kurze Akkureserven bei langen Aufnahmen, wenige Anschlüsse |
| Kompakter Camcorder | Großer optischer Zoom, einfache Bedienung, gute Handhabung, lange Aufnahmen | Kleiner Sensor, weniger Gestaltungsspielraum bei schwachem Licht |
| Semiprofessioneller Camcorder | Gute Audioanschlüsse, manuelle Kontrolle, Sucher, mehrere Aufnahmeformate | Größer, teurer und für gelegentliche Aufnahmen oft überdimensioniert |
| Systemkamera | Größerer Sensor, Wechselobjektive, hohe Bildqualität, kreative Kontrolle | Zusätzliches Objektiv und Zubehör erforderlich, längere Einarbeitung |
| Actioncam | Robust, leicht, weitwinklig, für Montage geeignet | Kein starker Telebereich, Ton und Bildqualität bei wenig Licht begrenzt |
Ein Vergleich verschiedener videofähiger Geräte durch die Stiftung Warentest aus dem Jahr 2022 berücksichtigte unter anderem Camcorder, Systemkameras, Kompaktkameras, Actioncams und Smartphones. Die Ergebnisse zeigen, dass Schwenks, Helligkeitswechsel, Stabilisierung und Bedienung die Aufnahmequalität stark beeinflussen. Die höchste Auflösung allein reicht deshalb nicht für eine sinnvolle Kaufentscheidung.
Die wichtigsten Kaufkriterien
4K liefert Reserven, entscheidet aber nicht allein
4K-UHD bezeichnet bei vielen Camcordern eine Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixeln. Das entspricht rund 8,3 Millionen Bildpunkten und dem Vierfachen der Pixelzahl von Full HD mit 1.920 × 1.080 Pixeln.
4K bietet vor allem drei Vorteile:
- Auf einem geeigneten 4K-Fernseher erscheint das Bild detaillierter.
- Ausschnitte lassen sich später vergrößern, ohne sofort stark an Qualität zu verlieren.
- Ein Export in Full HD erhält zusätzliche Reserven für die Nachbearbeitung.
4K bezeichnet auch das digitale Kinobildformat mit 4.096 × 2.160 Pixeln. 4K-UHD nutzt dagegen 3.840 × 2.160 Pixel im Seitenverhältnis 16:9. Die beiden Formate sind deshalb technisch nicht identisch.
Ein gutes Full-HD-Video mit sauberem Ton, sicherem Fokus und ruhiger Kamera wirkt überzeugender als eine verwackelte oder schlecht belichtete 4K-Aufnahme. Prüfe deshalb auch Bildstabilisierung, Objektiv, Autofokus und Mikrofonanschlüsse.
Sensorgröße beeinflusst die Bildqualität bei wenig Licht
Die Sensorgröße wirkt sich auf Bildrauschen, Dynamikumfang und Freistellung aus. Ein größerer Sensor sammelt unter gleichen Bedingungen mehr Licht und bietet mehr Spielraum für eine gezielte Hintergrundunschärfe.
Kompakte Camcorder wie der Panasonic HC-VX3, der Sony FDR-AX53 und der Canon XA60 arbeiten mit Sensoren der Klasse 1/2,3 beziehungsweise 1/2,5 Zoll. Diese Sensorgröße eignet sich für Tageslicht, Urlaub und Familienaufnahmen. Damit lassen sich kompakte Gehäuse mit großem Zoom bauen.
Der Sony FDR-AX700 besitzt einen größeren 1-Zoll-Sensor. Das verbessert grundsätzlich die Reserven in Innenräumen und bei Abendveranstaltungen. Dafür wird die Kamera größer und meist teurer, während der Zoombereich geringer ausfällt.
Als Orientierung gilt:
- Für Landschaften, Ausflüge und Aufnahmen im Freien reicht ein kleinerer Sensor oft aus.
- Für Bühnen, Innenräume und Abendveranstaltungen ist ein größerer Sensor vorteilhaft.
- Sensorgröße und Lichtstärke des Objektivs müssen gemeinsam betrachtet werden.
Optischer Zoom ist bei vielen Motiven wichtiger als Digitalzoom
Der größte praktische Vorteil eines Camcorders liegt häufig im integrierten Zoomobjektiv. Der optische Zoom verändert die Brennweite des Objektivs und erhält dabei die Bilddetails. Der Digitalzoom vergrößert dagegen einen bereits aufgenommenen Bildausschnitt. Dadurch sinkt die Detailqualität.
Beispiele aus aktuellen Geräteserien zeigen die Unterschiede:
- Der Panasonic HC-VX3 bietet einen 24-fachen optischen Zoom. Im 4K-Modus reicht der kleinbildäquivalente Brennweitenbereich von 25 bis 600 Millimetern.
- Der Sony FDR-AX53 besitzt einen 20-fachen optischen Zoom mit einem Bereich von etwa 26,8 bis 536 Millimetern.
- Der Canon XA60 erreicht ebenfalls einen 20-fachen optischen Zoom und reicht bis etwa 601 Millimeter kleinbildäquivalenter Brennweite.
- Der Sony FDR-AX700 bietet einen 12-fachen optischen Zoom, kombiniert diesen aber mit einem größeren 1-Zoll-Sensor und umfangreicheren manuellen Einstellungen.
Für Schulaufführungen, Konzerte, Sport und Tierbeobachtung ist eine lange optische Brennweite besonders hilfreich. Achte zusätzlich auf einen ausreichend weiten Weitwinkelbereich. Damit lassen sich Innenräume und Landschaften aufnehmen, ohne weit zurückgehen zu müssen.
Bildstabilisierung hält Aufnahmen ruhig
Optische Bildstabilisierung gleicht kleine Bewegungen des Objektivs oder Sensors aus. Das hilft besonders bei Aufnahmen aus der Hand und bei langen Brennweiten.
Aktuelle Camcorder kombinieren je nach Modell optische, elektronische oder hybride Verfahren. Der Panasonic HC-VX3 nutzt eine 5-Achsen-Hybridstabilisierung. Sony setzt beim FDR-AX53 auf Balanced Optical SteadyShot, Canon nennt für die XA60 eine optische 5-Achsen-Stabilisierung.
Für die Praxis bedeutet das:
- Bei Spaziergängen und Reisefilmen sorgt die Stabilisierung für deutlich ruhigere Bilder.
- Beim Filmen mit maximalem Zoom bleibt ein Stativ oder Einbeinstativ sinnvoll.
- Elektronische Stabilisierung kann den Bildwinkel verkleinern.
- Sehr schnelle Bewegungen können trotz Stabilisierung sichtbare Artefakte erzeugen.
Die Herstellerangabe beschreibt die technische Ausstattung, ersetzt aber keinen praktischen Vergleich unter gleichen Bedingungen.
Autofokus muss Bewegungen zuverlässig verfolgen
Für Kinder, Haustiere und Sportaufnahmen zählt ein sicherer Autofokus. Er sollte das Motiv schnell erkennen und bei Bewegung scharf halten. Gesichts- oder Objekterkennung erleichtert die Aufnahme zusätzlich.
Achte beim Kauf auf:
- schnelle Scharfstellung nach dem Einschalten,
- zuverlässige Motivverfolgung,
- Gesichtserkennung,
- Touch-Fokus am Display,
- Möglichkeiten für manuelle Eingriffe in schwierigen Situationen.
Der Sony FDR-AX53 und der Canon XA60 bieten laut Hersteller fortgeschrittene Autofokusfunktionen. Einheitliche Messwerte zur Nachführgeschwindigkeit und Trefferquote liegen für diese Geräteklassen jedoch nicht vor. Erfahrungsberichte und unabhängige Tests ergänzen deshalb die technischen Daten.
Guter Ton entscheidet über die Verständlichkeit
Zuschauer verzeihen ein leicht dunkles Bild eher als unverständliche Sprache. Für Interviews, Vorträge und Veranstaltungen sollte der Ton deshalb einen hohen Stellenwert erhalten.
Wichtige Anschlüsse und Funktionen sind:
- Mikrofoneingang,
- Kopfhörerausgang für die Tonkontrolle,
- manuelle Pegelregelung,
- Windfilter,
- XLR-Eingänge für professionelle Mikrofone.
Der Panasonic HC-VX3 besitzt einen Stereo-Mikrofoneingang und einen Kopfhöreranschluss. Der Canon XA60 bietet zwei XLR-Eingänge, 4-Kanal-Audio und lineares PCM-Audio. Damit eignet er sich besser für Interviews, Reportagen und Veranstaltungen als ein einfacher Consumer-Camcorder.
Für eine Schulaufführung kann ein externes Richtrohrmikrofon helfen. Bei einem Interview sollte das Mikrofon möglichst nah an der sprechenden Person positioniert werden. Ein zusätzlicher Digitalzoom verbessert den Ton dagegen nicht.
Aufnahmeformat und Datenrate bestimmen Speicherbedarf und Bearbeitung
Camcorder speichern Videos je nach Modell beispielsweise als MP4, AVCHD, XAVC S, XF-AVC oder HEVC beziehungsweise H.265. Das Aufnahmeformat beeinflusst Kompatibilität, Dateigröße und Bearbeitungsaufwand.
Auch die Datenrate spielt eine Rolle. Sie gibt an, wie viele Daten pro Sekunde gespeichert werden. 100 Megabit pro Sekunde entsprechen ungefähr 0,73 Gigabyte pro Minute. Bei 72 Megabit pro Sekunde fallen etwa 0,53 Gigabyte pro Minute an.
Daraus ergibt sich ungefähr:
- eine Stunde bei 100 Megabit pro Sekunde: 44 Gigabyte,
- eine Stunde bei 72 Megabit pro Sekunde: 32 Gigabyte,
- zwei Stunden bei hoher 4K-Datenrate: deutlich über 60 Gigabyte.
Die tatsächliche Dateigröße hängt vom Codec, der variablen Datenrate und dem gewählten Aufnahmemodus ab.
Für 4K-Aufnahmen brauchst du eine ausreichend schnelle SD-Karte. Die vom Hersteller geforderte Geschwindigkeitsklasse muss zum Aufnahmeformat passen. Teste die Karte vor einer wichtigen Veranstaltung und plane mindestens eine Ersatzkarte ein.
Bildrate beeinflusst Bewegungen und Zeitlupe
Die Bildrate wird in Bildern pro Sekunde angegeben. Häufige Einstellungen sind 24, 25, 30, 50 oder 60 Bilder pro Sekunde.
- 24 oder 25 Bilder pro Sekunde wirken filmischer und passen zu normalen Aufnahmen.
- 50 oder 60 Bilder pro Sekunde zeigen schnelle Bewegungen flüssiger.
- Eine höhere Bildrate erleichtert Zeitlupenaufnahmen, wenn das Video später mit einer niedrigeren Bildrate ausgegeben wird.
Viele kompakte Camcorder begrenzen 4K-Aufnahmen auf 24 oder 25 Bilder pro Sekunde. Der Panasonic HC-X1200 unterstützt laut Hersteller 4K mit 60 Bildern pro Sekunde und 10 Bit Farbtiefe. Das ist für Sport und anspruchsvollere Nachbearbeitung interessant, erhöht aber Speicherbedarf und Bearbeitungsaufwand.
Akku, Speicher und Dauerbetrieb vorher planen
Herstellerangaben zur Akkulaufzeit hängen von Auflösung, Display, Zoom, Autofokus und Umgebungstemperatur ab. Beim Panasonic HC-VX3 werden im 4K-MP4-Modus mit dem mitgelieferten Akku ungefähr 50 Minuten effektive Aufnahmezeit angegeben.
Für lange Aufnahmen gehören deshalb in die Planung:
- mindestens ein Ersatzakku,
- ein Netzteil oder eine geeignete Dauerstromversorgung,
- ausreichend Speicherkarten,
- ein Test mit der gewünschten Auflösung und Bildrate.
Bei einer Schulaufführung oder einem Konzert solltest du die Kamera vollständig laden, den freien Speicher prüfen und die Aufnahmezeit unter realen Bedingungen testen. Eine Prospektangabe zur Akkulaufzeit garantiert keine ununterbrochene Aufnahme.
Sucher und Bedienung verbessern die Kontrolle
Bei gutem Licht reicht häufig ein ausklappbares Display. In direkter Sonne erleichtert ein elektronischer Sucher die sichere Beurteilung des Motivs. So musst du die Kamera nicht längere Zeit mit ausgestreckten Armen halten.
Ein Camcorder bietet weitere ergonomische Vorteile:
- Aufnahmetaste am Handgriff,
- mechanischer Zoomhebel,
- längere Griffposition,
- integrierte Objektivabdeckung,
- direkte Tasten für wichtige Funktionen.
Der Sony FDR-AX53 und der Sony FDR-AX700 besitzen elektronische Sucher. Beim Panasonic HC-VX3 ist laut Hersteller kein Sucher vorgesehen. Dieser Unterschied fällt vor allem bei Außenaufnahmen und langen Veranstaltungen auf.
Welche Videokamera passt zu welchem Zweck?
| Einsatz | Geeignete Gerätekategorie | Wichtige Merkmale |
|---|---|---|
| Urlaub und Familie | Kompakter 4K-Camcorder oder Smartphone | Gewicht, Stabilisierung, Zoom, Ersatzakku |
| Kinder und Haustiere | Camcorder mit gutem Autofokus | Schnelle Motivverfolgung, Telebereich, kurze Startzeit |
| Konzert und Bühne | Camcorder mit starkem optischem Zoom | Lichtleistung, Sucher, Kopfhöreranschluss |
| Sport | Camcorder oder Systemkamera | Autofokus, 50 oder 60 Bilder pro Sekunde, Stabilisierung |
| Interview | Camcorder mit Mikrofonanschluss, idealerweise XLR | Tonkontrolle, Kopfhörer, manuelle Pegel |
| Livestreaming | Camcorder mit passendem USB-C- oder HDMI-Anschluss | Kompatibilität, Stromversorgung, Dauerbetrieb |
| Vlogging | Smartphone, Vlogging-Kamera oder kompakter Camcorder | Weitwinkel, Autofokus, Bildschirm, Mikrofon |
| Dokumentarfilm | 1-Zoll-Camcorder oder Systemkamera | Sensor, manuelle Kontrolle, Audio, Aufnahmeformat |
| Outdoor-Sport | Actioncam | Robustheit, Weitwinkel, Montage, Wasserschutz |
Beispiel: Familienurlaub
Für Kinder, Landschaften und entfernte Sehenswürdigkeiten ist ein kompakter 4K-Camcorder mit 20- bis 24-fachem optischem Zoom sinnvoll. Eine gute Stabilisierung und ein Ersatzakku sind wichtiger als ein besonders großer Sensor, wenn du überwiegend bei Tageslicht filmst.
Beispiel: Schulaufführung
Bei einer Aufführung zählen lange Aufnahmezeit, ein leiser Zoom, ein Sucher und eine Möglichkeit zur Tonkontrolle. Ein Smartphone stößt bei Speicher, Akku und Tele-Reichweite schneller an Grenzen.
Beispiel: Interview
Für ein Interview steht der Ton im Mittelpunkt. Ein Camcorder wie der Canon XA60 ist wegen der zwei XLR-Anschlüsse, der 4-Kanal-Aufnahme und der manuellen Audiokontrolle für diese Aufgabe besser ausgestattet als ein einfacher Reisecamcorder.
Beispiel: Sportveranstaltung
Sport verlangt einen zuverlässigen Autofokus, eine lange optische Brennweite und eine höhere Bildrate. 50 oder 60 Bilder pro Sekunde zeigen schnelle Bewegungen flüssiger. Für sehr dynamische Perspektiven eignet sich zusätzlich eine Actioncam.
Empfehlenswerte Modellrichtungen
Panasonic HC-VX3 für Reise und Familie
Der Panasonic HC-VX3 verbindet 4K-Aufnahme mit einem 24-fachen optischen Zoom, einer 5-Achsen-Hybridstabilisierung sowie Mikrofon- und Kopfhöreranschluss. Sein kompakter Aufbau passt zu Urlaub, Familie und Veranstaltungen.
Der kleine Sensor begrenzt die Reserven bei wenig Licht. Im 4K-Modus ist die Bildrate begrenzt, und laut Hersteller besitzt das Modell keinen Sucher. Diese Punkte solltest du bei Bühnenaufnahmen und nächtlichen Motiven berücksichtigen.
Sony FDR-AX53 für Zoom und Stabilisierung
Der Sony FDR-AX53 bietet einen 20-fachen optischen Zoom, eine kleinbildäquivalente Brennweite von etwa 26,8 bis 536 Millimetern und eine optische Balanced-SteadyShot-Stabilisierung. Ein elektronischer Sucher sowie Mikrofon- und Kopfhöreranschlüsse erweitern den Einsatzbereich.
Das Modell passt zu Reisen, Familienaufnahmen und Veranstaltungen, bei denen du aus größerer Entfernung filmst. Vor dem Kauf sollten Verfügbarkeit, aktueller Preis und Zubehörversorgung geprüft werden.
Sony FDR-AX700 für größere Sensorreserven
Der Sony FDR-AX700 besitzt einen 1-Zoll-Sensor, einen 12-fachen optischen Zoom, einen elektronischen Sucher, ND-Filter und umfangreiche manuelle Kontrollmöglichkeiten. Damit richtet er sich an Nutzer, die bei schwieriger Beleuchtung mehr Gestaltungsspielraum benötigen.
Der größere Sensor geht mit einem größeren Gehäuse und einem geringeren Telebereich einher. Für gelegentliche Urlaubsclips ist das Modell daher weniger praktisch als ein kompakter Camcorder.
Canon XA60 für Interviews und Reportagen
Der Canon XA60 nimmt 4K mit 25 Bildern pro Sekunde auf und kombiniert einen 20-fachen optischen Zoom mit 5-Achsen-Bildstabilisierung. Zwei XLR-Eingänge, 4-Kanal-Audio, zwei SD-Kartenplätze, USB-C-Livestreaming sowie XF-AVC und MP4 machen ihn für Interviews, Unterricht, Vereinsarbeit und Reportagen interessant.
Für reine Familienaufnahmen ist der Funktionsumfang größer als nötig. Sein Vorteil liegt vor allem bei Ton, Kontrolle und professionelleren Arbeitsabläufen.
Panasonic HC-X1200 für hohe Bildraten und 10 Bit
Der Panasonic HC-X1200 richtet sich an semiprofessionelle und professionelle Nutzer. Er bietet laut Hersteller 4K mit 60 Bildern pro Sekunde und 10 Bit Farbtiefe, HEVC-Aufnahme, einen 24-fachen optischen Zoom, 5-Achsen-Hybridstabilisierung und manuelle Einstellringe.
Die zusätzliche Kontrolle lohnt sich bei Sport, Reportagen und aufwendiger Nachbearbeitung. Für gelegentliche Familienvideos sind Größe, Funktionsumfang und Speicherbedarf meist unnötig hoch.
Häufige Fehlentscheidungen beim Kauf
Nur nach der 4K-Angabe auswählen
4K sagt nichts über Ton, Autofokus, Stabilisierung oder Bildqualität bei wenig Licht aus. Vergleiche diese Merkmale gemeinsam.
Digitalzoom mit optischem Zoom verwechseln
Ein hoher Digitalzoom ersetzt kein langes Zoomobjektiv. Entscheidend ist der optische Zoombereich.
Den Ton erst nach dem Kauf beachten
Wenn du Interviews, Reden oder Musikveranstaltungen filmst, prüfe Mikrofon- und Kopfhöreranschlüsse vor der Kaufentscheidung.
Zu kleine Speicherkarten verwenden
4K-Aufnahmen mit 72 bis 100 Megabit pro Sekunde benötigen ungefähr 0,53 bis 0,73 Gigabyte pro Minute. Für lange Veranstaltungen reichen kleine Karten schnell nicht mehr aus.
Die Akkulaufzeit aus dem Datenblatt übernehmen
Display, Zoom, Autofokus und Aufnahmeformat verändern die tatsächliche Laufzeit. Plane Ersatzakku und Stromversorgung ein.
Sehr günstige Geräte nur wegen hoher Auflösung kaufen
Bei unbekannten Modellen solltest du Objektiv, Stabilisierung, Autofokus, Tonanschlüsse und die tatsächliche Verarbeitung prüfen. Eine 4K-Angabe allein beschreibt die Alltagstauglichkeit nicht ausreichend.
Praktische Tipps für bessere Videoaufnahmen
- Reinige die Frontlinse, bevor du filmst. Fingerabdrücke erzeugen bei Gegenlicht sichtbare Schleier.
- Wähle die Bildrate passend zum Motiv. Für Sport und schnelle Bewegungen sind 50 oder 60 Bilder pro Sekunde hilfreich.
- Verwende den optischen Zoom sparsam. Ein langsamer, gleichmäßiger Zoom wirkt ruhiger als häufiges Heran- und Herauszoomen.
- Halte die Kamera mit beiden Händen. Bei langen Brennweiten verbessert zusätzlich ein Einbeinstativ die Bildruhe.
- Kontrolliere den Ton mit Kopfhörern. So erkennst du Windgeräusche, Übersteuerung und Kabelprobleme während der Aufnahme.
- Filme kurze zusätzliche Einstellungen. Weitwinkel, Halbtotalen und Detailaufnahmen erleichtern später den Schnitt.
- Teste Speicherkarte und Akku vor einer wichtigen Veranstaltung. Ein kurzer Probelauf zeigt, ob Aufnahmeformat und Zubehör zusammenpassen.
- Sichere das Material nach der Aufnahme an zwei Orten. Eine zweite Kopie schützt vor dem Verlust wichtiger Erinnerungen.
Häufige Fragen zur Videokamera
Ist eine Videokamera besser als ein Smartphone?
Das hängt vom Motiv ab. Ein Smartphone eignet sich für spontane Clips, kurze Reisen und die direkte Weitergabe. Ein Camcorder bietet Vorteile bei starkem optischem Zoom, langen Aufnahmen, Ergonomie und zusätzlichen Audioanschlüssen.
Reicht Full HD noch aus?
Full HD reicht für viele Aufnahmen und benötigt weniger Speicherplatz. 4K bietet zusätzliche Reserven für Ausschnitte und die Wiedergabe auf 4K-Bildschirmen. Die höhere Auflösung ersetzt keine gute Beleuchtung, Stabilisierung und Tonaufnahme.
Wie viel Speicher braucht ein 4K-Video?
Bei 72 Megabit pro Sekunde entstehen ungefähr 0,53 Gigabyte pro Minute. Bei 100 Megabit pro Sekunde sind es etwa 0,73 Gigabyte. Eine einstündige Aufnahme benötigt damit ungefähr 32 beziehungsweise 44 Gigabyte, abhängig von Codec und Aufnahmemodus.
Brauche ich ein externes Mikrofon?
Für kurze Familienvideos reicht das eingebaute Mikrofon oft aus. Bei Interviews, Vorträgen, Konzerten und Außenaufnahmen verbessert ein externes Mikrofon die Verständlichkeit deutlich.
Welche Kamera eignet sich für Sport?
Achte auf zuverlässigen Autofokus, optische Stabilisierung, einen großen optischen Zoombereich und mindestens 50 Bilder pro Sekunde. Für besonders kompakte Perspektiven oder die Montage am Fahrrad und Helm ist eine Actioncam geeignet.
Kauf-Fazit
Eine gute Videokamera wird durch das Zusammenspiel mehrerer Eigenschaften bestimmt. Optischer Zoom, Bildstabilisierung, Autofokus, Ton, Akkulaufzeit und Bedienung sind für viele Aufnahmen wichtiger als eine möglichst hohe Pixelzahl.
Für Urlaub und Familie sind kompakte 4K-Camcorder wie der Panasonic HC-VX3 oder der Sony FDR-AX53 naheliegende Lösungen. Der Sony FDR-AX700 bietet mit seinem 1-Zoll-Sensor mehr Reserven bei wenig Licht und mehr manuelle Kontrolle. Für Interviews und Reportagen ist der Canon XA60 wegen seiner XLR-Anschlüsse und Audiofunktionen interessant. Der Panasonic HC-X1200 richtet sich an Nutzer, die 10 Bit, 60 Bilder pro Sekunde und einen anspruchsvolleren Produktionsablauf benötigen.
Prüfe vor dem Kauf immer das konkrete Aufnahmeformat, den optischen Zoombereich, die Anschlüsse, die Speicherkartenanforderungen und die tatsächliche Verfügbarkeit.