Bei einer digitalen Spiegelreflexkamera lenkt ein beweglicher Spiegel das Licht des Objektivs in den optischen Sucher. Beim Auslösen klappt der Spiegel hoch und der Verschluss lässt Licht auf den Sensor fallen. So sehen Sie die Szene im Sucher direkt durch das Objektiv.
Das Spiegelprinzip erklärt den optischen Sucher und das typische Auslösegeräusch. Die Bildqualität hängt von Sensor und Objektiv ab. Auch Fokus und Belichtung spielen eine Rolle.
Der Weg des Lichts
Solange die Kamera bereit ist, fällt das Licht durch das Objektiv auf den schräg stehenden Spiegel. Dieser lenkt es nach oben auf eine matte Mattscheibe, auf der das Bild entsteht. Ein Prisma oder ein Spiegelsystem leitet das Bild von dort zum Sucher. So sehen Sie die Szene direkt im Sucher und nicht als elektronisches Vorschaubild.
Beim Auslösen klappt der Spiegel aus dem Lichtweg. Der Verschluss öffnet sich, und Licht fällt auf den Sensor. Danach schließt sich der Verschluss, der Spiegel kehrt in seine Ausgangsposition zurück, und das Sucherbild ist wieder sichtbar. Während der Spiegel oben ist, wird der optische Sucher kurz dunkel. Spiegel und Verschluss erzeugen zusammen das charakteristische mechanische Geräusch.
Blende, Belichtungszeit und ISO
Für die Belichtung sind vor allem drei Einstellungen wichtig:
- Blende: Die Öffnung im Objektiv regelt, wie viel Licht hindurchkommt. Eine offene Blende kann den Hintergrund stärker verschwimmen lassen; eine kleinere Öffnung bildet mehr Bildbereiche scharf ab.
- Belichtungszeit: Der Verschluss bestimmt, wie lange Licht auf den Sensor fällt. Eine kurze Zeit friert Bewegung eher ein. Eine längere Zeit lässt bewegte Motive verwischen.
- ISO: Die ISO-Einstellung beeinflusst, wie stark das Signal des Sensors verstärkt wird. Ein höherer Wert hilft bei wenig Licht, verstärkt aber auch sichtbares Bildrauschen.
Die Belichtungszeit gibt also an, wie lange der Verschluss Licht auf den Sensor lässt. Sie sagt nicht, wie lange der Spiegel den Lichtweg freigibt. Je nach Kameramodell wählen Sie die Einstellungen selbst, über halbautomatische Programme oder über eine Vollautomatik.
Das passende Objektiv wählen
Bei einer Spiegelreflexkamera lässt sich das Objektiv wechseln. Dabei müssen Anschluss und Kameramodell zusammenpassen; auch die unterstützten Funktionen können je nach Kombination variieren.
Ein Weitwinkelobjektiv erfasst einen großen Bildwinkel und eignet sich etwa für Landschaften oder enge Räume. Ein Teleobjektiv zeigt entfernte Motive größer, zum Beispiel Tiere oder Sportler. Ein Makroobjektiv bildet kleine Details groß ab. Fisheye-Objektive erzeugen einen besonders weiten, oft sichtbar gekrümmten Bildwinkel. Perspektivkontrollobjektive helfen bei Architekturaufnahmen, senkrechte Linien gerade wirken zu lassen.
Auch die Brennweite verändert den Bildausschnitt: Eine kürzere Brennweite erfasst mehr von der Umgebung, eine längere zeigt einen engeren Ausschnitt. Welcher Objektivtyp passt, hängt deshalb vom Motiv und von der gewünschten Bildwirkung ab.
Was der Spiegel leistet
Der Spiegel ermöglicht den optischen Sucher, sorgt aber nicht automatisch für schärfere oder höher aufgelöste Bilder. Dafür zählen unter anderem Sensor und Objektiv. Auch Fokus, Licht und Belichtung spielen eine Rolle. Der Spiegel hält Staub auch nicht zuverlässig vom Sensor fern: Beim Objektivwechsel können Partikel ins Kameragehäuse gelangen und sich auf dem Sensor oder seinem Schutzfilter ablagern.
Spiegelreflexkameras bieten einen direkten Blick durch das Aufnahmeobjektiv und lassen sich mit passenden Wechselobjektiven vielseitig einsetzen. Spiegellose Kameras verzichten auf den Spiegel und zeigen das Sucherbild elektronisch an. Welche Bauart besser passt, hängt davon ab, ob Sie den optischen Sucher oder eine elektronische Vorschau bevorzugen. Auch welche Objektive Sie bevorzugen, spielt bei der Wahl eine Rolle.