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Die passende Digitalkamera finden

Welche Kamera zu Ihnen passt, hängt davon ab, was Sie fotografieren. Auf Reisen und bei Landschaftsaufnahmen gelten andere Anforderungen als bei Familienfeiern. Bewegte Motive stellen wiederum eigene Ansprüche an die Kamera. Eine Kamera, die gut in der Hand liegt und die Sie gern mitnehmen, ist meist besser geeignet als ein Modell, das vor allem mit hohen Datenblattwerten überzeugt.

Überlegen Sie vor dem Kauf, ob Sie Objektive wechseln möchten und wie wichtig Ihnen Größe, Gewicht und gute Fotos bei wenig Licht sind. So können Sie Sensor, Zoom und Ausstattung gezielt vergleichen.

Sensorgröße und Bildqualität

Der Sensor ist der lichtempfindliche Chip in der Kamera. Größere Sensoren bieten unter vergleichbaren Bedingungen mehr Spielraum bei wenig Licht und für einen unscharfen Hintergrund. Auch das Objektiv und die Belichtung spielen eine Rolle; wie die Kamera das Bild verarbeitet, beeinflusst das Ergebnis ebenfalls.

Bei Systemkameras sind APS-C und Vollformat verbreitet. APS-C ist für viele Einsteiger ein guter Ausgangspunkt: Sie finden Kameras und Objektive in großer Auswahl und können ein Set passend zu Budget und Motiven zusammenstellen. Vollformat kommt ebenfalls infrage, ist aber kein Muss. Gehäuse und passende Objektive können mehr kosten und mehr wiegen, abhängig vom Modell und der Ausrüstung.

Kompaktkameras haben ein fest eingebautes Objektiv. Manche nutzen einen kleineren Sensor, andere einen größeren, etwa im 1-Zoll-Format. Wenn Ihnen eine kleine Kamera wichtig ist, vergleichen Sie die tatsächlichen Testbilder und prüfen Sie, wie gut das Modell zu Ihren typischen Lichtverhältnissen passt. Ein pauschaler Vergleich mit Smartphones sagt wenig aus, weil auch deren Bildverarbeitung das Ergebnis beeinflusst.

Megapixel sinnvoll vergleichen

Die Megapixelzahl gibt an, aus wie vielen Bildpunkten ein Foto besteht. Mehr davon helfen vor allem, wenn Sie Bilder stark zuschneiden oder sehr groß drucken möchten. Für viele Alltagsfotos ist ein kleiner Unterschied bei den Megapixeln weniger entscheidend als Objektiv, Fokus und Belichtungszeit.

Ein schwacher Sensor kann ebenso zu unscharfen Bildern führen wie eine falsche Fokussierung oder eine zu lange Belichtungszeit. Auch ein bewegtes Motiv kann die Schärfe beeinträchtigen. Vergleichen Sie deshalb Beispielbilder aus Situationen, die Sie selbst kennen, etwa aus Innenräumen oder der Dämmerung.

Zoom und Objektiv wählen

Mit dem optischen Zoom verändert sich die Brennweite des Objektivs. So erscheinen entfernte Motive näher. Digitale Zoomfunktionen vergrößern oder verarbeiten einen Bildausschnitt; dabei kann die Bildqualität sinken. Prüfen Sie daher den optischen Zoombereich und den angegebenen Brennweitenbereich, statt sich allein an einer großen Gesamt-Zoomzahl zu orientieren.

Ein Superzoom deckt viele Bildwinkel ab und ist auf Reisen praktisch, weil Sie für unterschiedliche Motive kein Objektiv wechseln müssen. Für Innenräume und Dämmerung zählt dagegen auch, wie viel Licht das Objektiv durchlässt. Die maximale Blendenöffnung steht meist als Blendenzahl auf dem Objektiv; eine kleinere Zahl bedeutet, dass mehr Licht hindurchgelangt.

Bei einer Systemkamera lässt sich das Objektiv wechseln. Das mitgelieferte Standard-Zoom reicht für viele Motive zum Einstieg. Später kann eine Festbrennweite interessant sein: Sie hat einen festen Bildwinkel, lässt aber oft viel Licht durch. Prüfen Sie bei Systemkameras außerdem, welche Objektive zum Anschluss der Kamera passen und was passende Ergänzungen kosten. Bei einer Kompaktkamera ist das Objektiv fest verbaut, weshalb Brennweitenbereich und Lichtstärke vor dem Kauf besonders wichtig sind.

Display, Sucher und Bedienung

Ein klappbares oder schwenkbares Display erleichtert Selbstporträts und Aufnahmen aus niedriger oder hoher Perspektive. Ein elektronischer Sucher zeigt das Motiv durch ein kleines Okular. Bei hellem Umgebungslicht lässt er sich leichter ablesen als ein Display und kann eine Vorschau auf Belichtung und andere Aufnahmeparameter geben.

Ein Sucher ist kein Muss. Wenn Sie viel draußen fotografieren oder häufig mit langen Brennweiten arbeiten, probieren Sie ihn im Geschäft aus. Prüfen Sie dabei auch, ob Display und Menüs für Sie gut lesbar sind und ob Griff, Tasten und Gewicht passen. Auch die Bedienung trägt dazu bei, ob Sie die Kamera gern benutzen.

Bildstabilisierung richtig einschätzen

Die Bildstabilisierung gleicht kleine Bewegungen der Kamera aus und hilft vor allem bei längeren Belichtungszeiten oder langen Brennweiten. Je nach Modell übernimmt das Objektiv oder das Kameragehäuse die Stabilisierung; manche Kameras kombinieren beide. Prüfen Sie die Angaben für die konkrete Kamera und das jeweilige Objektiv.

Stabilisierung friert bewegte Motive nicht ein. Für ein laufendes Kind, ein Tier oder Sport brauchen Sie eine ausreichend kurze Belichtungszeit. Die Stabilisierung hilft gegen Verwackeln durch Ihre Hände, nicht gegen Bewegungsunschärfe im Motiv.

Speicherkarte und Akku einplanen

Kameras verwenden unterschiedliche Speicherkarten. Prüfen Sie vor dem Kauf, welcher Kartentyp passt und welche Geschwindigkeit das Handbuch für Serienbilder oder Video empfiehlt. Eine besonders schnelle Karte lohnt sich nur, wenn Kamera und Aufnahmemodus davon profitieren. Formatieren Sie eine neue Karte nach den Hinweisen des Herstellers in der Kamera. Dabei werden gespeicherte Daten gelöscht.

Kontrollieren Sie auch den Lieferumfang: Speicherkarte, Ladegerät und Ersatzakku sind nicht bei jedem Verkaufspaket gleich enthalten. Die Herstellerangabe zur Zahl der Aufnahmen pro Akkuladung ist ein Richtwert. Displaynutzung, Autofokus und Bildstabilisierung beeinflussen die tatsächliche Laufzeit. Ein Ersatzakku ist praktisch, wenn Sie lange unterwegs sind.

Häufige Fehlkäufe vermeiden

Legen Sie vor dem Kauf möglichst genau fest, welche Motive Sie fotografieren. Fotografieren Sie vor allem Landschaften und Reisen bei Tageslicht, ist ein großer Zoombereich womöglich nützlicher als eine besonders lichtstarke Festbrennweite. Bei Innenaufnahmen und in der Dämmerung sollten Sie besonders auf Sensor und Objektiv achten.

Achten Sie besonders auf diese Punkte:

  • Wählen Sie nicht allein nach Megapixelzahl oder beworbener Zoomvergrößerung.
  • Vergleichen Sie bei Systemkameras das Gehäuse zusammen mit dem Objektiv und den späteren Objektivkosten.
  • Testen Sie Griff, Sucher und Display. Prüfen Sie auch die Bedienung, bevor Sie sich entscheiden.
  • Planen Sie passende Speicherkarte und gegebenenfalls Ersatzakku ein.
  • Verwechseln Sie Bildstabilisierung nicht mit der Fähigkeit, schnelle Bewegung einzufrieren.