Digitalkameratrends
Kamerafinder →
Kameratypen

Kameras, die den Moment vorwegnehmen

Neue Kamerafunktionen helfen Profifotografen, schwer vorhersehbare Momente festzuhalten und Bilder schneller abzugeben. Dafür speichern Digitalkameras Bilder, bevor Sie den Auslöser ganz drücken. Sie können auch bei bestimmten Motiven selbst auslösen oder mehrere Bilder zu einer Datei mit höherer Auflösung zusammenfügen.

Bei Sport- und Tieraufnahmen hilft die Voraufnahme. Im Studio kann Pixel Shift mehr Details erfassen: Die Kamera verschiebt den Sensor leicht zwischen mehreren Aufnahmen, die anschließend zu einem Bild zusammengesetzt werden. Ein Bildstil direkt in der Kamera beschleunigt die Abgabe. Welche Funktion passt, hängt unter anderem von der Bewegung des Motivs ab. Auch Dateiformat und Wärmeentwicklung spielen eine Rolle.

Voraufnahme für schwer planbare Momente

Eine Voraufnahme hält Bilder fest, bevor Sie den Auslöser vollständig drücken. Das hilft, wenn der entscheidende Moment schwer vorherzusagen ist, etwa beim Start eines Sprungs oder beim Auffliegen eines Vogels. Die Funktion erweitert das Zeitfenster, in dem die Kamera den Moment erfassen kann; eine gute Reaktion bleibt trotzdem wichtig.

Nikon zufolge liest der teilweise gestapelte Vollformatsensor der Z6III Bilder etwa 3,5-mal schneller aus als der Sensor der Z6II. Bei der Voraufnahme speichert die Kamera bis zu eine Sekunde vor dem vollständigen Auslösen. Nikon nennt dabei bis zu 120 Bilder pro Sekunde. In der Ankündigung war die Funktion allerdings auf JPEG-Aufnahmen beschränkt. Wer die Bilder anschließend stark bearbeiten oder archivieren muss, sollte deshalb prüfen, ob dieses Format zum eigenen Ablauf passt.

Die Sony α9 III nutzt einen Vollformatsensor mit globalem Verschluss, der alle Bildbereiche gleichzeitig ausliest und dadurch bei schnellen Bewegungen weniger Verzerrungen verursacht als das zeilenweise Auslesen. Sony nennt bis zu 120 Bilder pro Sekunde, ohne dass das Sucherbild aussetzt. Für Verschlusszeit, Serienbildrate und Voraufnahme nennt Sony jedoch Bedingungen und Einschränkungen.

Vergleichen Sie deshalb nicht nur die Bildraten. Prüfen Sie auch, ob die Funktion mit Ihrem benötigten Dateiformat arbeitet und welche Einstellungen dabei verfügbar bleiben.

Motiverkennung löst die Aufnahme aus

Die Motiverkennung steuert inzwischen auch, wann die Kamera auslöst. Bei der Nikon Z8 kann die Kamera automatisch auslösen, wenn Bewegung, Motivtyp oder Entfernung bestimmte Kriterien erfüllen. Mit einem Firmware-Update speichert die Kamera bei der erweiterten Voraufnahme bis zu eine Sekunde vor und bis zu vier Sekunden nach dem vollständigen Auslösen. Die Funktion lässt sich laut Nikon bis zu 300 Sekunden aktiv halten.

Die automatische Auslösung eignet sich für fest installierte Sportkameras, Naturbeobachtung und Mehrkamerasituationen. Sie legen fest, worauf die Kamera reagieren soll, und prüfen anschließend, ob sie die gewünschten Momente aufgenommen hat. Die automatische Auslösung nimmt Ihnen dabei weder die Auswahl der Kriterien noch die Prüfung der Ergebnisse ab. Falsch erkannte Bewegungen führen zu unnötigen Aufnahmen.

Auch Wärme gehört zur Planung: Nikon warnt, dass die Z8 bei längeren Einsätzen oder hohen Umgebungstemperaturen früher stoppen kann als die Z9, weil sie Wärme schlechter abführt. Für unbeaufsichtigte Aufnahmen sollten Sie die Kamera deshalb unter den erwarteten Bedingungen testen und nicht allein auf die angegebene Aufnahmezeit vertrauen.

Die Z6III bietet ebenfalls eine automatische Auslösung nach festgelegten Kriterien. Nikon weist darauf hin, dass die Verfügbarkeit je nach verwendetem Objektiv variieren kann. Prüfen Sie daher vor einem Auftrag, ob Kameragehäuse und Objektiv mit dem gewünschten Aufnahmemodus zusammenpassen.

Mehr Details mit Pixel Shift

Pixel Shift verschiebt den Sensor zwischen mehreren Aufnahmen leicht. Eine Software fügt die Bilder anschließend zusammen, um mehr Details zu erfassen. Die angegebene Megapixelzahl bezieht sich daher auf das zusammengesetzte Bild, nicht auf ein einzelnes Foto.

Mit Nikons Software NX Studio lassen sich laut Nikon bis zu 32 Rohdateien im NEF-Format zu Bildern mit bis zu 180 Megapixeln zusammenfügen. Bei der Kombination von vier bis 32 Aufnahmen sinken laut Nikon außerdem Rauschen und Moiré. Fujifilms GFX100S II nimmt für Pixel Shift 16 Rohdateien auf. Die Pixel-Shift-Software des Herstellers fügt sie zu einem Bild mit 400 Megapixeln zusammen. Eine weitere Funktion kombiniert vier Dateien zu einem 102-Megapixel-Bild mit weniger Falschfarben.

Diese Verfahren eignen sich für Stillleben, Reproduktionen und Makroaufnahmen, wenn Kamera und Motiv während der Aufnahmeserie ruhig bleiben. Bewegte Personen, Blätter im Wind oder wechselndes Licht erschweren die Zusammenführung. Wenn Sie regelmäßig bewegte Szenen fotografieren, ist eine hohe Auflösung pro Einzelbild meist verlässlicher als ein Verfahren, das mehrere Bilder zusammenführt.

Farb-LUTs direkt in der Kamera nutzen

Eine Farb-LUT, kurz für Look-up-Tabelle, verändert die Zuordnung von Farben und Helligkeiten, um einem Bild ein festgelegtes Aussehen zu geben. Panasonics Funktion „Real Time LUT“ zeigt den Look bereits in der Vorschau und kann ihn in JPEG- und Videodateien speichern. Eigene oder heruntergeladene LUTs lassen sich laut Panasonic bei mehreren Kameramodellen verwenden.

Die Vorschau zeigt den Look bereits beim Fotografieren. Das ist hilfreich, wenn Sie JPEGs ohne umfangreiche Nachbearbeitung weitergeben. Wie weit Sie Farben später korrigieren können, hängt vom Aufnahmeformat ab. Ein Look, der bereits in die Datei eingerechnet ist, ersetzt keine Rohdatei, wenn Sie später Weißabgleich, Tonwerte oder Farben umfassend anpassen müssen.

Firmware-Updates bringen neue Kamerafunktionen

Neue Funktionen kommen bei manchen Kameras auch nach dem Verkaufsstart hinzu. Nikons Z8 erhielt mit einem Firmware-Update unter anderem automatische Aufnahme, erweitertes Voraufzeichnen und Pixel Shift. Laut Nikon bringt ein weiteres Firmware-Update Motiverkennung bei manueller Fokussierung und eine stärkere Live-View-Vergrößerung. Es ermöglicht außerdem Sprachmemos über externe Mikrofone sowie weitere Möglichkeiten zur Fernsteuerung und Dateiübertragung.

Prüfen Sie bei einem Kameravergleich deshalb, welche Firmware-Version die beworbene Funktion voraussetzt und ob sie bereits verfügbar ist. Klären Sie außerdem, ob die Funktion zusätzliche Software benötigt, welche Dateien sie erzeugt und ob sie mit Ihren Objektiven und der Art, wie Sie Dateien übertragen, funktioniert. Nikons C2PA-konforme Herkunftsangabe für Fotos dokumentiert technische Angaben dazu, woher ein Foto stammt und wie es bearbeitet wurde. Sie ist regional eingeschränkt und erfordert eine Registrierung oder eine Anwendung. Sie bestätigt nicht, dass der Bildinhalt wahr ist.