Digitalkameras machen Fotos und Videos. Sie bieten außerdem Autofokus, Serienbilder und drahtlose Verbindungen. Wenn die Kamera nicht auslöst oder Fotos unscharf werden, liegt es häufig an einer Einstellung, der Speicherkarte oder der Aufnahmesituation. Prüfen Sie diese Punkte, bevor Sie von einem Defekt ausgehen.
Prüfen Sie zuerst Akku und Karte
Startet die Kamera nicht, kontrollieren Sie zuerst den Akku: Ist er geladen und richtig eingesetzt? Ist der Deckel des Akku- und Kartenfachs geschlossen? Verschmutzte Akkukontakte können die Stromversorgung beeinträchtigen. Wo Akku und Kartenfach sitzen und wie Sie sie prüfen, hängt vom Modell ab.
Wenn der Akku schnell leer ist, ist die Kamera deshalb nicht unbedingt defekt. Kälte und gealterte Akkus verkürzen die Laufzeit. Ist der Autofokus häufig aktiv, verbraucht er ebenso wie die Bildstabilisierung und drahtlose Funktionen Strom. Schalten Sie Funktionen aus, die Sie gerade nicht brauchen, und vergleichen Sie die Laufzeit mit den Angaben im Handbuch Ihres Modells.
Wenn die Kamera nicht auslöst, prüfen Sie auch die Speicherkarte. Sie muss richtig eingesetzt sein, genügend freien Speicher haben und darf nicht gegen Schreiben gesperrt sein. Bei einer Fehlermeldung kontrollieren Sie außerdem, ob die Karte mit der Kamera kompatibel ist.
Formatieren Sie eine Karte nicht ungeprüft. Dabei werden die gespeicherten Bilder gelöscht. Sichern Sie die Fotos zuerst, sofern die Karte noch lesbar ist. Bleibt die Fehlermeldung bestehen, schlagen Sie im Handbuch nach, bevor Sie die Karte wechseln oder weitere Schritte versuchen.
Finden Sie die Ursache für unscharfe Fotos
Unscharfe Bilder entstehen häufig durch falschen Fokus oder Bewegung während der Aufnahme. Achten Sie beim Auslösen darauf, ob die Kamera tatsächlich auf Ihr Motiv scharfstellt. Bei vielen Kameras hilft es, den Auslöser zunächst halb durchzudrücken und erst nach der Fokusbestätigung ganz auszulösen.
Der Autofokus braucht außerdem ein geeignetes Ziel. Ein Bereich mit wenigen sichtbaren Unterschieden oder ein Motiv, das für den gewählten Modus zu nah oder zu weit entfernt ist, erschwert die Scharfstellung. Wählen Sie testweise ein kontrastreiches Motiv und prüfen Sie den Fokusmodus sowie den Motivabstand.
Ist das Motiv scharf gestellt, das Bild aber trotzdem verwischt, kann die Kamera während der Aufnahme bewegt worden sein. Bei wenig Licht lässt die Kamera häufig länger Licht auf den Sensor fallen. Dadurch führt Bewegung leichter zu Unschärfe. Halten Sie die Kamera ruhiger, nutzen Sie ein Stativ oder passen Sie die Belichtungseinstellungen an. Eine kürzere Belichtungszeit, also eine kürzere Zeit, in der Licht auf den Sensor fällt, hilft besonders bei bewegten Motiven. Eine höhere ISO-Einstellung kann die Aufnahme aufhellen, bringt aber je nach Kamera mehr Bildrauschen mit sich. Die passenden Einstellungen hängen vom Modell und vom Licht ab.
Prüfen Sie Flackern in Videoaufnahmen
Flackern oder horizontale Streifen unter Leuchtstoff- oder LED-Licht sind nicht automatisch ein Hardwarefehler. Je nach Kamera und Beleuchtung erscheinen solche Effekte nur auf dem Display oder auch in der gespeicherten Videodatei. Prüfen Sie deshalb die gespeicherte Aufnahme, bevor Sie die Anzeige als Beleg für einen Defekt werten.
Sind die Streifen im Video zu sehen, lesen Sie im Handbuch nach, welche Einstellungen Ihre Kamera für Kunstlicht anbietet. Die Möglichkeiten unterscheiden sich zwischen Modellen. Wenn das Problem nur bei einer bestimmten Beleuchtung auftritt, testen Sie die Aufnahme zusätzlich an einem anderen Ort.
Kamera abkühlen und Verarbeitung abwarten
Nach längeren Videoaufnahmen kann eine Kamera warm werden und eine Temperaturwarnung anzeigen. Schalten Sie sie in diesem Fall aus und lassen Sie sie abkühlen. Eine allgemeingültige maximale Aufnahmezeit gibt es deshalb nicht; die Herstellerangaben gelten jeweils für bestimmte Modelle und Bedingungen.
Auch eine kurze Aufnahmepause bedeutet nicht zwingend, dass der Auslöser defekt ist. Manche Kameras bearbeiten Bilder intern, zum Beispiel um Bildrauschen, also körnige Störungen im Bild, zu verringern. Warten Sie, bis die Verarbeitung abgeschlossen ist, und prüfen Sie, ob die Kamera danach wieder auslöst.
Sensorflecken und Beschlag behandeln
Dunkle Flecken, die auf mehreren Bildern an derselben Stelle erscheinen, können von Staub auf dem Bildsensor stammen. Dieser Sensor erfasst das Licht für die Aufnahme und ist empfindlich. Reinigen Sie ihn nicht einfach mit einem Tuch oder ungeeignetem Werkzeug. Canon empfiehlt für die direkte Sensorreinigung den Service. Staub auf der Außenseite des Objektivs ist davon zu unterscheiden und lässt sich nach den Reinigungshinweisen des jeweiligen Herstellers behandeln.
Wenn Objektiv, Sucher oder Display nach einem schnellen Wechsel zwischen kalter und warmer Umgebung beschlagen, ist meist Kondensation die Ursache. Schalten Sie die Kamera aus und lassen Sie sie sich langsam an die Umgebungstemperatur anpassen. Die empfohlenen Wartezeiten unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell. Verwenden Sie daher die Angaben im Handbuch und vermeiden Sie zusätzliche Wärmequellen. Beschlag ist zwar nicht zwingend ein Defekt, Feuchtigkeit im Inneren kann aber Schmutz, Schimmel oder Schäden begünstigen.
Wann Sie den Kundendienst brauchen
Wenden Sie sich an den Kundendienst, wenn eine Fehlermeldung trotz der Prüfungen im Handbuch bleibt. Das gilt auch, wenn die Kamera eine kompatible Speicherkarte weiterhin nicht erkennt oder das Problem regelmäßig wiederkehrt. Das gilt besonders für Fehler am Bildsensor oder für Schäden, die sich nicht durch eine sichere, vom Hersteller beschriebene Maßnahme beheben lassen.
Notieren Sie die genaue Fehlermeldung und das Kameramodell. Wenn die Kamera noch Bilder speichert, sichern Sie diese, bevor Sie die Speicherkarte formatieren oder die Kamera zurücksetzen. So vermeiden Sie Datenverlust und erleichtern die Diagnose.