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Reise und Schutz

So schützen Sie Ihre Kamera vor Regen

Die meisten Digitalkameras halten etwas Spritzwasser aus, sind aber nicht wasserdicht. Nur wenige Modelle mit spezieller Abdichtung überstehen Dauerregen oder Untertauchen. Bei allen anderen dringt Feuchtigkeit durch Objektivaufnahme, Tasten und Anschlussbuchsen ein und beschädigt die Elektronik.

Mit einfachen Maßnahmen fotografieren Sie trotzdem sicher im Regen. Sie wechseln das Objektiv gefahrlos und trocknen die Kamera danach richtig.

Regenschutz mit Hausmitteln

Bevor Sie Geld für eine Regenhülle ausgeben, können Sie mit Alltagsgegenständen viel erreichen. Ein Regenschirm ist die simpelste Lösung, bindet aber eine Hand und hilft wenig bei starkem Wind. Eine Gefrierbeutel-Lösung funktioniert besser: Stecken Sie die Kamera mit angesetztem Objektiv in einen transparenten Beutel. Schneiden Sie eine Öffnung für die Frontlinse. Fixieren Sie den Beutel mit einem Gummiband um das Objektiv. So bleibt der Sucher bedienbar, weil Sie durch den Beutel hindurchsehen können. Für die Bedienelemente schneiden Sie an der rechten Gehäuseseite eine kleine Öffnung, durch die Sie den Auslöser erreichen. Diese Lösung ist nicht elegant, aber sie schützt bei einem kurzen Schauer zuverlässig.

Achten Sie bei jeder Bastellösung darauf, dass keine Feuchtigkeit von außen in den Beutel gelangt. Wenn Sie die Kamera nach dem Fotografieren aus dem Beutel holen, kondensiert warme Luft an der kalten Linse. Nehmen Sie die Kamera daher im Trockenen heraus. Lassen Sie sie vor dem nächsten Einsatz akklimatisieren.

Regenhüllen für Dauerregen

Wer regelmäßig bei schlechtem Wetter fotografiert, sollte in eine richtige Regenhülle investieren. Diese Hüllen aus beschichtetem Nylon oder Polyester gibt es für Kompaktkameras, Systemkameras und große Spiegelreflexkameras mit Blitzschuh und langen Teleobjektiven. Eine gute Hülle hat einen durchsichtigen Rückteil, damit Sie durch den Sucher blicken können. Sie hat zudem eine Öffnung für Ihre Hand an den Kamerabedienelementen. Die Front besteht meist aus einem klaren Filtergewinde, auf das Sie einen Schutzfilter oder eine Gegenlichtblende schrauben können.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Hülle zu Ihrer Kamera und Ihrem größten Objektiv passt. Hersteller geben oft an, welche Brennweitenbereiche abgedeckt sind. Eine Hülle für ein 70-200er Tele passt nicht für ein 24-70er Standardzoom. Viele Fotografen nutzen Hüllen mit eingebauten Handschuhen. Damit bedienen Sie die Kamera von innen, ohne die Hülle zu öffnen. Das ist bei Nieselregen angenehmer, aber bei starkem Regen dringt trotzdem Feuchtigkeit durch den Einstieg ein. Deshalb gilt: Die Hülle reduziert das Risiko, sie macht die Kamera nicht wasserdicht.

Objektivwechsel im Regen

Der Objektivwechsel ist der kritischste Moment im Regen, weil dabei das Kameragehäuse offen liegt. Ein einzelner Regentropfen auf dem Sensor oder im Inneren kann mehr Schaden anrichten als stundenlanger Nieselregen auf dem Gehäuse. So geht’s sicher: Drehen Sie sich mit dem Rücken zum Wind, beugen Sie sich leicht nach vorne und nutzen Sie Ihren Körper als Schutzwand. Die Kamera halten Sie dabei so, dass die Objektivöffnung nach unten zeigt. So fällt nichts hinein, und Sie verdecken die Öffnung zusätzlich mit einer Hand.

Legen Sie das Wechselobjektiv nicht auf den Boden oder auf nasse Flächen. Eine trockene Innentasche Ihrer Jacke oder ein Rucksackfach mit Reißverschluss sind die besseren Plätze. Wenn Sie ein Objektiv absetzen, setzen Sie sofort den rückwärtigen Schutzdeckel auf. Anschließend montieren Sie das neue Objektiv zügig, aber ohne Hektik, damit keine Regentropfen durch den Bajonettverschluss ins Gehäuse gelangen.

Falls doch ein Tropfen oder eine Schneeflocke ins Gehäuse fällt, versuchen Sie nicht, den Fremdkörper selbst zu entfernen. Ein Tuch oder Wattestäbchen auf dem Sensor oder dem Spiegel hinterlässt fast immer Kratzer oder Schmiere und verschlimmert den Schaden. Bringen Sie die Kamera zu einem Fachbetrieb, der den Innenraum professionell reinigt.

Kamera nach dem Regen trocknen

Wenn Sie aus dem Regen kommen, trocknen Sie die Kamera zunächst mit einem weichen, saugfähigen Mikrofasertuch ab. Wischen Sie das Gehäuse, die Objektivaufnahme und die Anschlussbuchsen trocken, bevor Sie etwas öffnen. Nehmen Sie den Akku und die Speicherkarte heraus und öffnen Sie alle Klappen, damit die Luft zirkulieren kann. Lassen Sie die Kamera dann bei Raumtemperatur einige Stunden liegen, idealerweise über Nacht.

Verzichten Sie auf Föhn, Heizung oder andere Wärmequellen. Zu schnelles Erwärmen kondensiert Feuchtigkeit im Inneren und beschlägt die Optik. Ein Trocknungsbeutel mit Silicagel nimmt Restfeuchtigkeit auf, wenn Sie die Kamera zusammen mit dem Beutel in eine luftdichte Box legen. Prüfen Sie nach dem Trocknen, ob alle Funktionen einwandfrei arbeiten. Zeigen sich Fehler wie Aussetzer im Autofokus oder ein beschlagener Sucher, ist ein Servicebesuch beim Hersteller oder einer Fachwerkstatt nötig.