Fotokamera kaufen

Tipps zum Kauf einer Fotokamera

Warum noch eine Fotokamera kaufen, wenn die Kamera im Handy bereits hervorragende Bilder liefert? Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Smartphone ist sowieso immer dabei, die Bilder können mit entsprechenden Programmen sofort geteilt werden – per Mail, WhatsApp, in sozialen Netzwerken. Und die Qualität eines Digitalfotos, das mit einem aktuellen Smartphone aufgenommen wurde, steht dem aus einer reinen Fotokamera in nichts nach, zumindest auf den ersten Blick.

Kleiner Sensor, kleine Linse

Digitalkamera-Kaufberatung

Der lichtempfindliche Chip in einem Smartphone ist etwa so groß wie ein Fingernagel. Der Bildsensor einer digitalen Vollformat-Kamera hat eine mehr als fünfzig Mal so große Fläche. Was bedeutet das für die Bildqualität? Bei gleicher Pixelzahl müssen die Bildpunkte auf dem Smartphone-Chip viel kleiner sein und dichter gepackt werden. Das führt zu gegenseitiger Beeinflussung und Störungen, die sich in sogenanntem Bildrauschen bemerkbar machen. Die Fotos erscheinen körnig, und vor allem in einfarbigen dunklen Flächen treten auch unerwünschte Farbmuster auf. Der Effekt ist umso stärker, je schlechter die Beleuchtung und je geringer die Lichtstärke des Objektivs sind. Smartphone-Kameras haben nicht nur einen sehr kleinen Sensor, sondern auch eine winzige Linse, sind also auch hier im Nachteil.

Fotokamera kaufen
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Beim Kauf einer Kamera sollten Sie Wert auf eine möglichst große Blendenöffnung legen.

Software bügelt Fehler aus

Warum produziert das Smartphone dann trotzdem recht gute Bilder? Die Software im Gerät kennt die Probleme, die sich aus der kompakten Bauweise ergeben. Sie analysiert das Bild und rechnet das Rauschen heraus. Solange man die Bilder nur am Bildschirm betrachtet oder am heimischen Drucker zu Papier bringt, fällt die Bearbeitung kaum auf. Wer aber genauer hinschaut, sieht, dass mit dem Rauschen auch feine Bilddetails verschwinden – die Fotos wirken einfach weichgespült. Spätestens bei einer großformatigen Belichtung aus dem Fotolabor sind diese Mängel unübersehbar. Eine separate Fotokamera kann das besser. Achten Sie beim Kauf auf einen möglichst großen Bildsensor. Auch bei Kompaktkameras gibt es Modelle mit einer Bilddiagonale von einem Zoll. Das entspricht einer Fläche, die immerhin sieben Mal so groß ist wie bei den kleinsten Chips. Der große Sensor hat in Kombination mit einem lichtstarken Objektiv übrigens noch einen weiteren Vorteil: Bei Porträts wird der Hintergrund unscharf, das eigentliche Motiv wird dadurch schön freigestellt. Manche Smartphones simulieren das zwar im Porträt-Modus, liegen aber auch schon mal daneben, was die Unterscheidung zwischen Vorder- und Hintergrund betrifft.

Nicht geht über Lichtstärke

Wenn Sie eine Fotokamera kaufen, sollten Sie Wert auf eine möglichst große Blendenöffnung legen. Das wird ausgedrückt durch die Blendenzahl. 1:2,8 ist eine hervorragende Lichtstärke, 1:6,3 bedeutet Schwierigkeiten bei schlechten Lichtverhältnissen. Verfügt die Kamera über einen großen Zoom-Bereich, nimmt die Lichtstärke bei Teleaufnahmen leider meist sehr deutlich ab. Wer häufig bei schlechtem Licht fotografiert, sollte zugunsten der Lichtstärke besser auf das Zoom verzichten. Völliger Unsinn ist sogenannter Digitalzoom, denn hier wird nur ein Ausschnitt aus dem größeren Bild verwendet. Das kann man später am Computer besser erledigen. Wichtig für die Kaufentscheidung ist allein optischer Zoom.

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