Fujifilm Gfx 50s

Der Fujifilm Gfx 50er Jahre

Heute, nach dem Aufbau einer soliden Position im Markt für digitale Bildverarbeitung, kehrt das Unternehmen mit der Markteinführung des GFX 50S in die Mittelformatwelt zurück. Der Fujifilm GFX 50S - wenn die Kanten unscharf werden

In Nordwestfrankreich sind Peter und Ursula Schäublin seit drei Wohnwagenwochen auf der Straße und haben den neuen Fujifilm GFX 50S in der praktischen Anwendung erprobt. Die beiden haben dabei besonders spannende, aber auch anspruchsvolle Sujets im Augen- und im Sucherbereich festgehalten. Im Jahr 2016 stellen sowohl die Firma Fujifilm als auch die Firma mit einer spiegellosen Mittelformat-Kamera eine nahezu zeitgleiche Lösung vor.

Das Mittelformat bedeutet: Der Drucksensor ist größer als 36 x 24 Millimeter (das ist die Größe des vorherigen 35mm-Negativs oder Dia und wird daher als "Vollformat" bezeichnet). Dass Sony den Aufnehmer sowohl für den Gasselblad X1D 30C als auch für den Fujifilm GFX 50S bereitstellt, ist ein offensichtliches Geheimrezept. Die GFX wird von Walter Weber von Fujifilm Schweiz mit einem schönen Lachen in meine Hände gepresst.

Dass Fujifilm auch das Mittelformat beherrscht, bezweifelt niemand, denn das Unternehmen hat eine lange Tradition im analogen Mittelformat und fertigt seit Jahren Optiken für die Serie für die Haselblad H-Serie. Ich freue mich, dass die Bedienung der Messkamera nicht nur über die beiden Räder, sondern auch ganz "altmodisch" - wie über den Öffnungsring am Objektivaufsatz und die Steuerräder für Verschlusszeiten und ISO-Empfindlichkeit auf der Oberseite des Gehäuses - erfolgen kann.

Auf der rechten Seite hat Fujifilm einen kleinen Button zur Belichterkorrektur in einer fettgedruckten Farbe platziert. Auf diese Weise kann ich die Fotokamera von oben betrachten und alle Einstellungen vornehmen, ohne die Fotokamera ins Visier nehmen zu müssen. Beim Blick durch den Bildsucher können Verschlussgeschwindigkeit, Blendeneinstellung, ISO und Aufnahmekorrektur eingestellt werden, ohne dass mein Blick vom Sucherbildschirm abgetrennt werden muss.

Da es sich bei der GFX um eine spiegelfreie Fachkamera handelt, kann ich das Motiv direkt im Zielsucher darstellen. Es ist nicht nötig, meinen Fluss die ganze Zeit zu stören, um auf den Bildschirm zu schauen oder die Parameter zu ändern. Der GFX ist sehr gut in der Tasche, und ich vermute schon, dass mit dieser Fotokamera viel mehr möglich ist als mit den ziemlich großen und schwergewichtigen Mittelformat-Pixel-Giganten.

Aufnahme mit Fujifilm GFX 50S, GF 4/32-64mm LM WR auf 32 und 1/500 Sek., 1/500 Sek. Durch den Dynamikbereich von 14 Blende kann ich auch aus den Ausgangsdaten auf der Schattseite des Objekts herausziehen. Der 14 Blendenstufen-Dynamikbereich der Digitalkamera wird in dieser Reihe vollständig für die Gegenlichtfotografie genutzt.

Schließlich hat jemand gemerkt, dass die Zeit, in der wir nur noch von -3 bis +3 bearbeiten können, vorüber ist. In dieser Betriebsart verhält sich die Fotokamera etwas verspätet, was zwar gewöhnt, aber in der Praxis keine Schwierigkeiten mit dieser Aufnahmeart mit sich bringt.

Sie können nur mit dem Bildschirm zusammenarbeiten, was die Aufnahmekamera etwas unausgewogener erscheinen läßt, sie aber dennoch sehr platzsparend macht. Mit dem 32-64 packe ich die Fotokamera und mache mich ohne Dreibein auf den Weg: Die Fotokamera ist aber wirklich "easy going". Meine Postproduktionserfahrung, die ich bereits in der Praxis mit der Haselblad H6D 50c gesammelt habe, wird bestätigt: Mittelformatige Bilder sind im Postprocessing besser "gutmütig".

Aufnahme mit Fujifilm GFX 50S, GF 4/32-64mm LM WR auf 32 und 30 Sekunden, f29, 200 ISO, ND Filter, Dreibeinstativ. Photographen, die in Krisengebieten tätig sind, verrichten bedeutende Aufgaben, bei denen ihr Leben auf dem Spiel steht. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir Ihnen den Aufenthalt in der Dominic Nahr's Fotoausstellung "Blind Spots", die noch bis zum 28. Okt. in der Photostiftung Schweiz in der Winterthurer Innenstadt zu besichtigen ist.

Aufnahme mit Fujifilm GFX 50S, GF 4/32-64mm LM WR auf 32 und 50 Sekunden, w20, 200 ISO, ND Filter, Dreibeinstativ. Sie sind nur bei Niedrigwasser zu erkennen und stellen ein attraktives Bildmotiv dar. Erneut setze ich mich mit der Fotokamera ins Boot und probiere mit langen Belichtungen. Allerdings sind die Wogen hier so heftig und der Strand so weit gelockert, dass das See die Fotoapparate bei den Expositionszeiten von bis zu vier min. oft verschieben und viele Aufnahmen verschwommen werden.

Sicherlich wird Fujifilm das Objektivsortiment, das derzeit im Bereich von 23 bis 120 Millimetern liegt, weiter ausdehnen, und eine lange Objektivbrennweite steht ganz oben auf der Liste der Prioritäten. Deshalb ist für viele Photographen die Problematik des Klein- oder Mittelformats nicht so sehr die des Klein- oder Mittelformats, sondern vielmehr die des Beides und des Mittelformats. Dies und das führt auch zu einer Niedrigwasserflut im Portemonnaie, aber die Fotografie mit dem Mittelformat ist eindeutig anders.

Die Arbeit mit dem Tripod ist noch umfangreicher. Mich verlangsamt die Fotokamera ein wenig. Doch mit einer Fotokamera wie der Fujifilm GFX macht es auf jeden Fall mehr Spaß. Aufnahme mit Fujifilm GFX 50S, GF 4/120mm LM-OIS, 1/1250 Sek., f4, 400 ISO, aktivierter Filmstabilisator. Vom Fotoapparat verspreche ich, dass er sich meiner Arbeit unterordnen wird und nicht andersherum.

Ich kann nach dreiwöchiger Arbeit mit dem Fujifilm GFX mit Recht behaupten, dass die eingesetzte Technologie diese Voraussetzungen für mich erfüllen wird. Es besteht aber auch die Moeglichkeit, sich eine andere Fotokamera von einem Bekannten zu leihen oder eine Fotokamera wie die GFX fuer ein Wochenendausflug zu leihen. Anschließend arbeitet man mit den riesigen RAW-Files, die einen Dynamikbereich von 14 Stufen und einen enormen Detaillierungsgrad bieten.

Die Ergebnisse werden Sie begeistern, und es kann schwierig für Sie, wie für mich, die Rückgabe der Rückfahrkamera sein. Eins ist klar: Fujifilm wird die GFX-Linie erweitern.

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