Optischer Sucher Digitalkamera

Digitalkamera mit optischem Sucher

Elekronischer Sucher (EVF) oder Optischer Sucher (OVF) Früher oder später, beim Kauf einer Kamera, stolperst du über die Problematik des Viewfinders. Im Klartext kann man (in der Zwischenzeit) zwischen einem optischen Sucher (OVF = Optischer Sucher) oder einem Elektronensucher (EVF = Elektronischer Sucher) wählen. Ich werde mich mit den Suchern (derzeit noch bei Leica und den Voigtländern erhältlich) sowie den hybriden Suchern von Fuji beschäftigen, wenn auch nur im Einzelnen.

Bei der Lektüre einiger Versuche oder Reportagen im Netz zu diesem Sachverhalt wird man meiner Meinung nach kaum einen - zur Hälfte - sachlichen, unverzerrten Leistungsvergleich feststellen, aber man hat schon bald das Gefuehl, dass es die eine Splittergruppe gibt, für die nur die OVF die Einzige Wahrhaftige und die andere, für die die EVF das Gradmesser aller Sachverhalte ist, denn die OVF (genau wie die Spiegelreflexkamera im Allgemeinen) sind völlig obsolet.

Vor diesem Hintergrund und weil ich sowohl elektronische als auch optische Sucher-Kameras Seite an Seite benutze, möchte ich die Vor- und Nachteile der beiden Techniken aufzeigen und einige Gerüchte, die aufgrund des Halbbewusstseins immer noch fortbestehen, aus dem Weg räumen. Zum einen das Allerwichtigste, was kaum jemand weiß und viele Menschen nicht zugeben wollen: Die derzeitigen Fokussierbildschirme von Spiegelreflexkameras ermöglichen eine einwandfreie Anzeige der Tiefenschärfe von Optiken mit einer Apertur von 2,8 oder mehr ("4,0,5,6" etc.).

Eine Tiefenschärfe von Linsen mit einer Apertur von 1,8, 1,4 oder sogar 1,2 wird vom optischen Sucher nicht richtig dargestellt. Problematisch war, dass mit den (bis dahin) oft genutzten Bodenschirmen das Sucherbildformat sehr verdunkelt wurde. Die Autofokustechnik wurde immer breiter und immer weniger Menschen waren immer noch an der manuellen Fokussierung interessiert, so dass die Kameralieferanten beschlossen, ihre "matten" Bildschirme gegen deutlichere Varianten auszutauschen, die auch bei schwächeren Optiken immer noch zu einem strahlenderen Sucherbildformat fuehren.

Es gibt noch einen weiteren gravierenden Nebeneffekt: Die manuellen Fokussierungen mit einer Spiegelreflexkamera über den optischen Sucher sind schmerzhaft. Ein manuelles Scharfstellen ohne weitere Hilfe "nach Augenmaß" ist mit Brillengläsern, die heller als 1. 8. sind, einfach (rein technisch) nicht möglich. Die Sucherlupe, die in vielen Onlineforen empfohlen wird, ist hier ebenfalls wenig oder gar nicht vonnützlich.

Andere Schärfebildschirme können hier helfen, für einige hochwertigere Canon-Kameras sind diese als Standard für die Nachrüstung (Typ-S) erhältlich, Nikon-Inhaber ist wwww.focusingscreen. Die Canon Monitore bieten die auf Nikon-Kameras zugeschnittenen Canon-Bildschirme (ich habe auch einen davon in meiner Nikon-DSLR). Vorsicht: Die Installation - und vor allem die richtige Einstellung - eines solchen Bildschirms ist für Menschen mit zwei rechten Fingern nichts (eine weitere, aber oft unbefriedigende Möglichkeit wäre die Verwendung des Live-View-Modus, hier wird die Bildschärfentiefe richtig wiedergegeben).

Wenn Sie mir immer noch nicht glauben und ein stärkeres Glas als die Apertur 8 haben, können Sie sich das wie folgt anschauen: Bringen Sie das Vorsatzlinse an der Spiegelreflexkamera an und drücken Sie die Dimmertaste einmal bei geöffneter Blendenöffnung (z.B. 8 oder 4) und dann mit Blendenöffnung 8. Wenn Sie dann in solchen Situationen ein Foto mit der Digitalkamera aufnehmen, erscheint dieses in einigen Regionen oft zu grell oder zu hell oder zu dunkel.

Dabei wirken die jetzigen Geräte mit verschiedenen technischen Hilfsmitteln entgegen, bei Nikon heißt diese bei Sony DRO (Dynamic Range Optimizaion) und die anderen Anbieter haben sich alle eine große Kurzform ausdacht. Hier möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen, aber man kann feststellen, dass das Motiv in den meisten FÃ?llen so unbeleuchtet ist, dass die Beleuchtungen nicht "ausbrennen" und die Bereiche nachher auch digital geglÃ?ht werden.

Das mache ich nur in der RAW-Entwicklung und stelle die Exposition zuvor so ein (, deshalb habe ich diese Funktion mit meinen Fotoapparaten abgeschaltet), aber wenn Sie nur JPEG-Dateien verwenden, sollten Sie diese Funktion beibehalten. Darunter in den Vorher/Nachher-Vergleichszeiten ein hochdynamisches Foto, das "aus der Kamera" (ohne Bearbeitung) zu düster wirkt und nur mit starken hellen Schattierungen etwa dem entsprechen würde, wie wir es vor Ort erleben würden.

Mit dem elektronischen Sucher können verschiedene Funktionalitäten und Daten angezeigt werden. Dadurch wird die manuellen Fokussierung einfacher, aber Sie können auch auf einen Blick erkennen, welche Bildpartien scharfgestellt sind. Mit der oft vereinfachten Bildfunktion "Zebramodus" werden die überbelichteten Bildteile vor der Bildaufnahme angezeigt, so dass Sie schon vor der Bildaufnahme mit einer Belichtungskompensation entgegenwirken können.

Das folgende Foto zeigt, wie dieser Mode seinen Namen bekommen hat. Zu den weiteren Möglichkeiten, die viele Fotokameras mit einem elektronischen Sucher bieten, gehören eine 100%ige Zoomfunktion, auch für eine bessere Fokussierung oder das Einsetzen einer Libelle. Ob ein optischer oder elektrischer Sucher besser ist, ist schwierig zu ergründen.

Die noch recht kleinen Elektronensucher haben meiner Ansicht nach bereits viele Zusatzfunktionen, die das Photographieren - vor allem als Einsteiger - wesentlich vereinfachen können. Gerade der Zebra Modus ermöglicht es, auch in kritischen Lichtverhältnissen die richtigen Einstellungen zu treffen, und die Bildvorschau im Sucher kommt dem Ergebnis oft sehr nahe.

Bei vielen Modellen mit EVF besteht auch die Moeglichkeit, die Displays zu bewegen und an die eigenen Beduerfnisse anpassen zu koennen. Dennoch haben die optischen Sucher den großen Vorzug, dass es keine Verzögerungen gibt und viele den Durchblick einfach als "natürlich" wahrnehmen.