Nikon Coolpix P80

Nihon Coolpix P80

Vergleichen Sie die Nikon Coolpix P80 mit. Testrezension Die Coolpix P80 ist bis auf wenige kleine Einzelheiten schlicht; zu extravagant oder futuristisch im Sinne einer einfachen und klaren Formgebung. Aber es wirkt sowohl in optischer als auch in haptischer Hinsicht recht hochwertig, und zusammen mit den anderen Werkstoffen (Gummi für die Augenmuscheln und die lederähnlichen Griffoberflächen sowie Metal für die Schlaufenaugen, das Dreibeinstativgewinde, den vorderen Teil des Objektivs und einige dekorative Elemente der Bedientastatur) schmilzt das Ganze zu einem harmonischen Gesamtbild.

Unglücklicherweise befindet sich das Gewinde des Stativs außerhalb der Optik und etwas zu nah am Batteriefach, was nicht nur Panorama-Aufnahmen schwierig macht (Stichwort: Nodalpunkt), sondern auch den Austausch der Speicherkarte oder des Akkus beim Anschließen der Stativkamera an ein Kamerastativ sehr aufwändig macht. Aber es sieht erst richtig ordentlich aus, wenn man das Menü der Kameras betritt.

Das Kamera-Menü im vollautomatischen Modus hat exakt zwei (!) Menüeinträge (für Bildauflösung und Bildqualität/Komprimierung), die Grundeinstellung wurde vom Grundmenü durch eine separate Stelle am Programmwählrad getrennt, die Wiedergabe-Einstellungen sind nur im Wiedergabemodus abrufbar und die graphische Gestaltung der Menüeinträge ist besonders erfolgreich. Das alles ist nicht wirklich wegweisend und vieles ist auch von anderen Fotoapparaten bekannt, aber Nikon hat es am besten praktisch umgestellt.

Auf dem mittelgroßen, entspiegelten 6,8-cm-Bildschirm (2,7" TFT-LCD mit 230.000 Pixeln) wird ein brilliantes und auch in der Abendsonne noch gut lesbares Ergebnis angezeigt, das jedoch nur wenig Schärfe aufweist. Dagegen ist das Abbild des Video-Suchers (0,24" EVF) trotz des erkennbaren Pixelrastern (ebenfalls 230.000 Pixel) sehr detailliert, könnte aber etwas bunter sein.

Die beiden Screens hetzen bei schlechten Lichtverhältnissen sehr leicht, sonst die Abbildungsleistung von LCD und EVF (Bildfeldabdeckung von 97%, keine Pull-Back- oder Ruck-Effekte bei schneller Kameraschwenkung, nur leichte Streifen im Backlight o.ä.). Die P80 mit den Außenabmessungen von 110 x 79 x 78 Millimetern ist laut Nikon bis auf weiteres die kleinste 18fach-Zoomkamera der Erde.

Die P80 ist verhältnismäßig ausgewogen und nicht zu unangenehm in der Handhabung; typischerweise ist die Kombination aus PictBridge-kompatibler USB-2. 0 High-Speed-Schnittstelle und AV-Ausgang PAL/NTSC (das eingesetzte Verbindungskabel entscheidet über die Funktionsweise des Kombisteckers). Aber warum Nikon auf eine Batterieadapterlösung (als Teil des optionalen Netzteiles EH-62A) anstelle eines Standard-Netzeingangs zurückgreift, ist um so unbegreiflicher, als es auf der rechten Seite der Kamera genügend Raum dafür geben würde.

Die Aktiv-D-Licht Funktionalität zur lichtsparenden Aufhellung der Schatten ist ebenfalls nicht an Board und vermutlich für die Nikon Digital-SLR-Kameramodelle reserviert. Auch können Aufnahmen in der Digitalkamera beschnitten, in der Bildauflösung reduziert, vom Arbeitsspeicher auf die Karte übertragen und auch mit einem schwarzem Rahmen von einstellbarer Weite ausgestattet werden; die elektronische Erkennungs- und Retuschierfunktion für rote Adleraugen kann nicht von Hand aufgerufen werden, sondern tritt selbsttätig ein, wenn die Digitalkamera vermutet, welche in den Aufnahmen gefunden zu haben.

Die Kamera verfügt außerdem über eine Intervallfunktion und einen Mehrbildmodus (16 Einzelbilder auf einem Bild). Objektive Mit Super-Zoom-, Megazoom- und Ultra-Zoom-Kameras (Hersteller setzen gern auf Superlative) liegen "Allroundobjektive" in vollem Aufwind. Wahrscheinlich war das auch in den Spezifikationen der P80 enthalten, und so arbeitete Nikon an der Optik, bis die Anforderungen der Marketingabteilung erfüllte waren.

Das Ergebnis ist eine Optik mit 14 Objektiven in 11 Linsengruppen, die einen Objektivbrennweitenbereich von 27 bis 486 Millimetern (entsprechend 35 mm) bei einer einstellbaren Lichtintensität von F2,8 (WW) bis F4,5 (T) und einer Nahgrenze von nur 1 cm (in WW-Stellung und mit aktivierter Makrofunktion) bei 18fachem Zoom ermöglicht.

Dabei wird die Bildstabilisation nicht durch ein Optiksystem (bewegliche Objektivgruppe im Objektiv) erreicht, sondern die zitternden Handbewegungen des Fotografen werden dieses Mal durch gegenläufig rotierende Bewegung des Bildaufnehmers (CCD-Shift-System) kompensiert. Wie bei vielen solchen Modellen besteht der Tubus aus einem steifen Abschnitt (der ca. 5 cm aus dem Körper der P80 herausragt) und einem teleskopartig ausziehbaren Abschnitt.

Bei Vollauszug steht das ganze Glas ca. 11 cm aus dem "Körper" heraus; das Zoom ist zügig (? 1,4 s von einem Ende der Brennweite zum anderen), exakt (+/- 20 Schritte bei leichter Berührung der Ringzoomwippe ) und vor allem nahezu lautlos. Abgesehen vom (einstellbaren) Piepton des Fokusbestätigungssignals ist das Glas während des Auto-Fokus, d.h. während des Automatik-Fokus, kaum zu hören.

Die Scharfstellung kann entweder mit der Funktion zur Gesichtserkennung (die kaum mehr als eine der zwölf maximalen Stirnflächen erkennt) oder mit der AF-Messfunktion (die AF-Messfunktion konzentriert sich auf eine von neun Positionen im Bildfeld mit Vorrang) durchgeführt werden. Sie können die manuelle Fokusfeldauswahl verwenden, um eine von 99 Positionen im Motiv auszuwählen, mit der Spot-AF-Einstellung (der Fokus wird auf die Mitte des Bildes gesetzt) oder mit der Handfokussierung, d.h. mit einer tastengesteuerten Distanzeinstellung ( "Entfernungsskala" und elektron. Fokuslupe) zu fotografieren.

Interessanterweise leuchten die AF-Markierungen nicht wie bei anderen Fotoapparaten gewohnt auf, sondern sind jetzt blaugrün. Es ist nicht ganz eindeutig, ob dies nur ein Schmuckstück ist oder ob Nikon an Menschen mit rot/grüner Schwäche denkt, aber Menschen mit einer solchen Sehbehinderung wurde absichtlich oder unabsichtlich Hilfe geleistet.

Erwähnenswert ist auch, dass das P80 keine Möglichkeit zum Anschluss von optischem Equipment wie Filtern, Vorsatzlinsen oder Konvertern anbietet (auch nicht optional), dass der Autofocus entweder mit Einfachfokus (Single AF) oder mit Fokusnachführung (Continuous AF) betrieben wird und dass der Makro-Modus aufgrund einer fehlgeschlagenen Auto-Makro-Funktion von Hand eingeschaltet werden muss. Die Nikon D3 mit ihrem "Full-Frame"-Sensor gilt selbst bei höchster Empfindlichkeit als spektakulär rauscharm, aber man fragt sich, wie gut Nikon mit dem Bildrauschen des P80 und seinem nahezu winzigen 1/2,33" CCD umgeht.

Aber das Bildrauschen ist ohnehin nicht alles, und wir wollen hier mal schauen, wie es sonst so ist um die Abbildungsqualität des P80 nach unserem Testlabor DCTau (in allen Details über die Weiterführende Links). Mit über 10 Mio. Bildpunkten auf einem nicht einmal fingernagelgrossen Sensor überrascht es nicht, dass selbst bei einem Nikon das Bildrauschen nur bis ISO 400 problemlos ist.

Sie ist bei ISO 64 und 100 sehr gut, von ISO 200 bis 800 mäßig, und die beiden obigen Empfindlichkeitswerte (ISO 1600 und 2000) hätten wegen der nicht akzeptablen Abbildungsqualität eingespart werden können. Der ISO-3. 200 Pegel ist durch die Pixel-Bündelung wieder sinnvoll (reduziert jedoch die Bildauflösung auf ca. 3 Megapixel) wegen des relativ niedrigen Rauschs; mit dem - auch auflösungreduzierten - ISO-6 Pegel sind die Geräuschwerte nicht viel schlimmer.

Von ISO 400 wird das Farbgeräusch erheblich verringert, d.h. die Geräuschunterdrückung ist klar erkennbar, weshalb trotz der noch gemäßigten Geräuschwerte bei ISO 800 unsere Behauptung gilt, dass das Geräusch nur bis ISO 400 problemlos ist. Moderate Auflösungen im Telebereich sind bei äußerst Zoom-starken Optiken nichts Ungewöhnliches, aber wir hatten von einem Nikon keine schlechten Aussichten.

Bei mittlerer und kurzer Brennweite entsprechen die feinen Bildausschnitte mehr dem, was man bei einer Bildauflösung von 10 Megapixel erwartet; unser Prüflabor bescheinigt dem P80 ohnehin eine mittlere bis gute Auflösungseffizienz und einen mäßigen Kantenabfall. Mit ihrem Zoomobjektiv erzielt die Digitalkamera ihre beste Abbildungsleistung um einen Blendenschirm herum.

Zeilen, die nicht schief sein sollen (weil sie nicht von Haus aus oder in Wirklichkeit sind), werden dann in der Aufnahme wieder "begradigt". In der Nahbetrachtung geringes Kantenglättung, d.h. geringer Treppeneffekt bei schräg verlaufender feiner Bildstruktur, geringe Farb-Artefakte bei vertikaler Feinstruktur (verursacht durch ein zu dünnes optisches Tiefpassfilter) und Doppelkonturen von dunklen Bildpartien an den Übergangsstellen zu helleren Bildpartien (= Black Clipping).

Die meisten dieser Artefakte / Bildstörungen sind zwar in relativ kleiner Zahl dargestellt und durch die zurückhaltende elektronische Verarbeitung von feinen Bildausschnitten kaum wahrnehmbar, der zu beachtende schwarze Ausschnitt ist jedoch um so verfremdender, als die Schärfe tatsächlich ebenfalls verhalten (aber sehr richtungsabhängig) ist. Ähnlich wie beim Geräusch sind die Pegel ISO-1. 600 und ISO-2. 000 kaum nutzbar (auch in Bezug auf die Ausgangsdynamik), während bei den darüber liegenden aufgelösten Pegeln wieder eine geringfügige Verbesserung auftritt.

Die Nikon Coolpix P80 hebt sich im Preis- und Ausstattungsvergleich nicht von anderen Fotoapparaten ab, weder hinsichtlich der Qualität noch der Ausstattungsmerkmale. Wenn Sie auf erweiterte Funktionen wie einen RAW-Modus, eine Anschlussoption für optische Zubehörteile oder einen Blitz-Schuh verzichtet haben und eine einfache und unkomplizierte Digitalkamera mit viel Vergrößerung suchen, finden Sie in der Coolpix P80 vielleicht den idealen Begleiter.

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