Leica S2 P

Die Leica S2 P

Fototyp: Digitale Spiegelreflexkamera zur Verwendung mit Leica S-Objektiven, geeignet für Reportage; JPEG und RAW (DNG); Monitorauflösung: 460.000 p.

Untersucht: Leica S2 (aktualisiert)

Leica hat mit der S2 eine Spiegelreflexkamera für das von Leica entwickelte Digitalmedium nach Jahrzehnte langer Kleinformatfotografie auf den Markt gebracht. Bei der S2 handelt es sich um eine Einzellupe. Nach dem das in Solms ansässige Untenehmen mit der M9 beweisen konnte, dass die Digitaltechnologie nun sehr gut unter Kontrolle ist, ist es erst recht spannend zu sehen, was Leica im Bereich des elektronischen Mittelformats zu bieten hat. Dabei haben wir uns die Fotokamera und zwei Objektive genauer angesehen:

Begehrens- und Testobjekt war eine Leica S2 mit einem Standard-Summarit-S 2,5/70 Millimeter Asph. Objektiv und einem Teleskopobjektiv vom Typ I. D. S. A. S. A. S. A. V. I. Elmar-S 3,5/180 Millimeter. Der Preis für das Etui beträgt ab ca. 19.600 EUR, in der uns zur Verfuegung stehenden Variante S2-P mit Saphirglas (und Premium-Service) 22.200 EUR; die Gläser ab je 3.600 EUR (mehr hier: Leica S2: Tarife und Daten).

Der Fotoapparat passt sehr gut in die Handfläche, ist nur geringfügig grösser als der Nikon DS3x (siehe Test: Im Test: Nikon DS3x) und auch nicht viel schwer. Sie ist eine Fotokamera und kein Bildaufzeichnungsgerät - das ist sicherlich ein bemerkenswerter Gegensatz zur Haaselblad H2D, zum Beispiel, einer für den Dauereinsatz ausgelegten Bildaufzeichnungsmaschine - ihr Design und ihre Konzeption sind darauf zugeschnitten.

Dagegen ist die S2 eine sehr edle, nahezu unaufdringliche, unkomplizierte und unkomplizierte Fachkamera, die eine hohe Leistung liefert, mit der man unscheinbar arbeitet - der Shutter allein ist ein Akustikgedicht - ruhig, sanft und vibrationsarm. Weil es in Wien an den meisten Tagen, an denen ich die S2 hatte, sehr kühl war, musste ich ausprobieren, wie man die Fotokamera mit dickem Winterhandschuh bedient: Mit dickem Winterhandschuh kann man die S2 bis auf den Netzschalter sehr gut betreiben - alle Funktionalitäten sind leicht zu wählen und einzustellen.

Auf diese Weise führt Leica das S2-System ein, allerdings sind zurzeit nur vier Linsen verfügbar. Bei der S2 werden die Linsen in der Regel mit dem Blendenverschluss der Kammer verwendet, aber es gibt auch (oder wird) Mittelblende. Leica wird hier sicherlich Verbesserungen vornehmen wollen und müssen, denn mit aktuell nur 4 Linsen und einem eher begrenzten Fokussierungsprogramm ist es schwierig, die wesentlichen Anwendungsgebiete zu erschließen.

Die Hasselblad HCD 28mm und 300mm Linsen und die Fähigkeit, nahezu alle neuen Hasselblad Linsen mit dem CF Objektivadapter zu nutzen, sind sicherlich eine interessante Alternativlösung zum Wettbewerber auf diesem Marktsegment. In den RAW-Dateien des S2 im DNG-Format zeigt sich die visuelle Vollkommenheit der Linsen - das ist sehr ansprechend und eindrucksvoll, aber mit wesentlich mehr Korrekturaufwand bei der Kalkulation der Optik, was sich sicherlich im Optikpreis wiederspiegelt.

Doch beide Möglichkeiten sind berechtigt, der eine demonstriert die hervorragende Optikqualität und der andere beruht auf einer Verbindung von Optiken und Simulation. Im Detail werde ich nicht auf die technische Ausstattung der Fotokamera näher eingegangen, man kann sie hier sehr gut lesen, aber ich werde mich nahezu ausschliesslich auf die Bildgüte konzentrieren.

Allerdings sind die hier dargestellten Bilder (deutlich) verkleinert, teilweise leicht verschärft und weboptimiert abgespeichert - d.h. mit kleinstmöglicher Bildgröße und noch akzeptabler Bildqualität. Daher steht sie nicht für die unbedingte Güte der Fotokamera oder der Bilder, sondern soll einzelne Punkte veranschaulichen. Die Weißabgleiche in der Fotokamera wurden auf dem Mittelgrauwert der grauen Felder im Farbprüfer durchgeführt.

Sie können also feststellen, dass viele Farbtöne sehr gut bis gut abgebildet werden, nur in den Grüntönen weichen die Farbpositionen der Fotoapparate etwas mehr von den Positionen des Testboards ab. Ebenfalls zu erahnen ist, was bei vielen Fotoapparaten zu beachten ist: Viele Farbstellen in dieser Repräsentation werden gegen den Uhrzeigersinn rotiert nachgebildet.

Auf der nächsten Anzeige erscheinen die Farbortungsfehler und die Erdschlussfehler. Bei mir ist die Fotokamera händisch auf den Fehler der dritten Farbe und den grauen Fehler in der übertriebenen Anzeige eingestellt. Ein idealer Fotoapparat mit idealer Kennlinie (die noch nicht vorhanden ist) ergab nach der Weißabgleichseinstellung keine Abweichungen in den grauen Feldern. In den folgenden Abbildungen sind die Dichtereproduktion und das Geräusch auf der Basis des grauen Keils dargestellt, der die niedrigste Zeile des Farbprüfers darstellt:

Beeindruckend war für mich hier das sehr gleichmäßige Geräuschverhalten der Aufnahme. Dabei sind die verschiedenen Farbmesskanäle sehr gut parallelisiert (Diagramm unten, linke unten) und auch die Helligkeitswiedergabe ist recht gut - aber das sollte man bei einer so teuren Fotokamera durchaus erahnen. Wie ich bereits erwähnte, hatte ich zwei Linsen für die Leica S2 zum Testen: die .

Standard-Objektiv Summarit-S 2,5/70 Millimeter asph. d.h. und das Elmar-S 3,5/180 Millimeter als Portrait-Teleobjektiv. Die laterale chromatische Aberration manifestiert sich in Bildern mit asymmetrisch gefärbten Kanten, die umso kräftiger werden, je weiter man zum Rand des Bildes geht, und die durch Ausblenden erheblich reduziert werden können. Bewertet man eine solche Flanke, gibt es als Unterschied der individuellen Hauptkanäle R, G und B bei einer völlig farbfehlerfreien Repräsentation kaum eine messbaren Flächen.

Es gibt im Baustein zur Kalkulation von MTF (Modulation Transfer Function) eine solche Repräsentation und hier sind die zugehörigen Ergebnisse: Die Leica S2 mit Summarit-S 2,5/70 mm Asph. ~ bei Öffnung 2,8; Bereich in der rechten unteren Kante. Sie können die unterschiedlichen Kurven des Rot-, Blau- und Grünkanals gut sehen und den resultierenden Farbaberrationsbereich berechnen.

Bei der 70 mm Linse kam die erste überraschende Wirkung sofort: Die S2 weist trotz Asphären eine messbare transversale Farbabweichung mit einer offenen Öffnung auf: Die Asphärenlinsen scheinen Farbabweichungen nur in kleinem Umfang zu beheben und mehr kugelförmige Aberrationen und damit verbundene nichtschromatische Aberrationen basierend auf der Bildgebung durch kugelförmige Oberflächen. Wenn Sie auf 8 herunterblenden, wird dieser Irrtum erheblich reduziert: S2 mit Summarit-S 2,5/70 mm Asph. Bei Öffnung 8 ist hier die Position des Samples klar erkennbar: der Rand der beiden Schachbrettmuster im linken oberen Spielfeld (rot markiert).

Mittendrin, wo man sonst diese Maße macht (vor allem um zu beeindrucken), ist es anders - hier mit geöffneter Öffnung in der Mitte: Leica S2 mit Summarit-S 2,5/70 mm Asph. mit Öffnung 2,8. Als weitere Option ermöglicht der oben genannte DxO Bildanalysator die Bewertung von Testdiagrammen (ein Punktgitter) hinsichtlich der chromatischen Querabweichung und Verzerrung, da die Farbabweichung auch dazu führt, dass Detailinformationen von Farbrändern umrahmt werden - so dass auf der der der Bildmitte zugewandten und auf der von der Mitte weg weisenden Bildseite eine andere Einfärbung sichtbar ist.

Besonders gut zu erkennen ist dies bei weißen Detaillösungen - daher ist ein Punktgitter - Schwarzpunkte auf weissem Hintergrund - ein sehr gutes Ziel für diese Bewertung. Nachfolgend sind die Resultate des DxO Bildanalysators für den neuen Elmar-S 3,5/180 Millimeter bei Öffnung 3,5 dargestellt: In der Repräsentation ist die seitliche Farbabweichung in der Abmessung der Pixelfehler dargestellt; daher repräsentiert die Rotfärbung eine räumliche Abkehr von 0,6 Pixel von der Zielposition: eine wirklich sehr kleine Abkehr für eine Apertur von 3,5. Es gibt aber auch eine geringfügige Dekonzentration der Zierelemente - sehr wenig, aber deutlich sichtbaren.

Dieses Diagramm stellt den seitlichen Farbabweichungsbereich der offenen Öffnung von der Mitte des Bildes bis zu den Winkeln dar - vom Rot- und Blaukanal in Relation zum Grünen. Und nicht zu vergessen: Hier gibt es einen kleinen Unterscheid, der in wenigen Mikrometern, d.h. in etwa 1/1000 mm Dimensionen, bemessen ist!

Damit die endgültige Bildqualität erreicht wird, ist es wichtig, dass das MTF richtig geschärft ist - wenn Sie zu scharf sind, bekommen Sie Kunstwerke, aber wenn Sie zu schwach geschärft sind, wirkt das Motiv sanft und lässt auf eine mangelnde Bildschärfe schließen. Das etwas stumpfe Resultat bei einer Apertur von 2,5 musste ich auf die Bildqualität hin optimiert werden, die ich von einer solchen Kamera-Objektiv-Kombination erwartet hatte.

Das ist das Resultat, das sicherlich recht eindrucksvoll ist: Ohne jegliche Optimierungen der DNG-Datei ähnelt die Bewertung der folgenden: recht verblüffend, aber das ist Digital Reality. Sie sehen sehr gut, nur durch die Verbesserung eines unbefriedigend schlechten Ergebnisses können Sie ein beeindruckendes Resultat einer MTF-Evaluierung erzielen - mit nur wenigen Handgriffen im RAW-Konverter.

Ausgehend von diesen vielen Grafiken und Bewertungen ist es sicherlich spannend zu beobachten, wie sich der Leica in der Outdoor-Fotografie verhhält. Bilder aus der realen Welt: Gesamtobjekt Mariahelfer-Gemeinde; S2 mit Summarit-S 2,5/70 mm Asph. Mitte des Bildes - Bildkante bei Öffnung 5,6: S2 mit Summarit-S 2,5/70 mm Asph. Hier ein Altarausschnitt aus dem obigen Bild (leicht aufgehellte, um die Differenzen besser sichtbar zu machen): S2 mit Summarit-S 2,5/70 mm Asph.

Die anschließende Betrachtung der Objektträger unter einem Stereo-Mikroskop bestätigte dies - es liegen derzeit keine weiteren Einzelheiten vor. Hier noch einmal der S2 mit Summarit-S 2,5/70 Millimeter Asph. mit Blendenzahl 5,6: Und hier die gleichen Angaben; mit der Nikon DS3x mit der neuen AF-S 1,4/50 Millimeter G mit Blendenzahl 5,6: Es wären noch viele Schüsse und Bewertungen zu sehen, aber diese würden nur das zuvor Gesagte verlängern und vervollständigen.

Alles in allem ist die Leica S2 eine exzellent gestaltete Fachkamera der Extra-Klasse, die exzellente Bilder liefert und über viele sehr benutzerfreundliche Funktionen verfügt. Im Moment ist die Auswahl an Objektiven noch sehr begrenzt, aber das wird sich sicherlich verändern. Die Firma Leica hat mit dieser Digitalkamera gezeigt, dass sie eine exzellente Digitalkamera im Mittelformat entwerfen kann, aber für ein klares und überzeugendes Alleinstellungsmerkmal gegenÃ??ber anderen Firmen wie Hartmut Blau, Nikon usw. sind weitere Neuentwicklungen und Verbesserungsarbeiten erforderlich.

Nicht so sehr punktet die Leica S2 mit ihrer einzigartigen Abbildungsqualität, sondern mit einem sehr angenehmen Gefühl, der Handhabung und einem exzellenten Sucherbildformat - ob diese Vorzüge und die etwas höhere Abbildungsqualität den höheren Kostenaufwand für ein Gerät begründen können, bleibt jedem selbst überlassen. Produktaufnahmen von Leica; Grafik und Testfotos von Dr. Georg N.

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