Testbild im Fernsehen

TV-Testbild

Fernsehtestbilder - sehnsüchtig nach einer Ausstrahlungspause Herbert Kalser hat sich damals in abstrakte Vorlagen verliebt - mittlerweile hat er über 20000 Stück zusammen. Das hört sich irre an: Herbert Kalser sendet TV-Testbilder in die ganze Welt aus - aber der Oesterreicher hat keinen Fernsehsender. Sie werden als Foto, per Post an Bekannte verschickt. Die Testaufnahme als Souvenir: Sie zeigt uns, dass es einmal Nachmittags keine Talkshows gab und das Frühstücks-Fernsehen ein einzelnes weisses Zischen war.

Warum aber gab es überhaupt Testaufnahmen? Es ist ganz einfach: Damit die Fernsehtechniker im Haus die Empfänger richtig stellen können - für gestochen scharfes Bildmaterial und naturgetreue Farbbild. Im Wohnraum oder auf dem Vordach wurde die Sendeantenne hin und her gedreht, bis schließlich das Schneetreiben auf dem Bildschirm verschwand - und das mit einem eindeutigen Motiv: dem Testbild.

Heutzutage verwenden die meisten Fernsehsender in Europa nur noch sehr wenige Testaufnahmen - zum Beispiel bei internationaler Sportübertragung, falls die Live-Übertragung ausfällt. Inzwischen hat sich eine Gemeinschaft von Testbildfans im Netz wiedergefunden, die das vergängliche Teil der TV-Geschichte festhält. Zu diesen Liebhabern gehört auch Herbert Kalser. Gemeinsam mit Bekannten hat er nach eigenen Angaben rund zwanzigtausend Testaufnahmen zusammengetragen.

Kalser erzählt im Gespräch, wie er zu diesem merkwürdigen Steckenpferd kam - und wie seine Ehefrau darauf reagierte. Eines Tages: Haben Sie als kleines Mädchen bis zum Ende der Sendung vor dem Fernseher gestanden? Herzog Herbert Kalser: Nein, das durfte ich nicht. In den 70er Jahren wohnte meine Gastfamilie in Wien, wo auch fremde Stationen aufgenommen werden konnten.

Aber wir hatten einen Farbfernseher, der sowohl West- als auch Ostsender decodieren konnte. Eines Tages: Und? Kalser: Neben den beiden Österreichischen Sendern konnten wir auch Fernsehen aus der CSSR und Ungarn hören. Eines Tages: Was war daran so aufregend? Kalser: Offensichtlich das'Verbotene', dieser Kick, einen Bahnhof zu bekommen, der nicht wirklich für unsere Blicke gedacht war.

Die Testaufnahmen laufen kurz vor Sendestart - und ich habe festgestellt, dass sie bei den Ungarn und Tschechien ganz anders aussehen als in Deutschland. Und so fing die Passion an: Ich habe immer nachgesehen, ob es neue Fotos gibt. Eines Tages: Und gab es welche? Kalser: Ja, viel mehr.

Es gab einen großen TV-Sender und wir konnten das deutsche Fernsehen sehen, aber auch Spanisch, Rumänisch und Bulgarisch. Eines Tages fand ich heraus, dass es noch mehr interessante Fotos gab, als ich bisher wusste: Was war an diesen Testaufnahmen für sie so spannend? Kalser: Es waren nicht nur diese spektralen Farbstreifen, wie wir sie vom westdeutschen Fernsehen kennen.

Eines Tages haben Sie etwa zwanzigtausend unterschiedliche Testaufnahmen. Was sagen Ihre Bekannten zu Ihrem Steckenpferd? Kalser: Meine Freundinnen haben sich mit meinem Steckenpferd arrangiert - mehr oder weniger. Meinem Ehemann ist mein Steckenpferd fremd, aber sie sagt auch, dass sie es vorzieht, dass ich solche Gegenstände einsammle, anstatt solche, die viel Raum beanspruchen.

Eines Tages: Vermisst du tatsächlich Testfotos im laufenden Jahr? Kalser: Nicht wirklich. Aber wenn ich mir einige Programme im österreichischen Radio ansehe, würde ich es vorziehen, wenn sie ein Testbild ausstrahlen würden und nicht das Sendesignal. Das Image von "YLE" ist kein finnischer Fernseher, sondern kommt aus Lettland.

YLE " ist kein finnischer Fernseher, sondern kommt aus Lettland. Ich schätze immer noch ein gutes Testbild - wenn ich meinen Bildschirm auf meinem Computer anpassen muss. Ich schätze immer noch ein gutes Testbild - wenn ich meinen Bildschirm auf meinem Computer anpassen muss.

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