Kleinbildkamera

Von der analogen Kleinbildkamera zum digitalen Vollformat

Eine Kleinbildkamera war zur Zeit der analogen (chemischen) Fotografie gekennzeichnet durch Filmmaterial, das Negative oder Dias im Format 24 x 36 mm ergab. Kleinere Bilder produzierten sogenannte Pocket-Kameras oder die berühmte Kodak Instamatic. Aufnahmen in größeren Formaten wurden als Mittelformat- und Großformat-Fotografie bezeichnet. Das von der Kleinbildkamera bekannte Maß hat sich in die digitale Zeit gerettet – die Sensorgröße von 24 x 36 mm ist die Norm für das Vollformat.

Qualitätsvorteile beim Vollformat

Digitalkamera-Kaufberatung

Zwar gibt es auch Digitalkameras mit noch größeren Sensoren als Vollformat, vergleichbar mit den analogen Mittelformatkameras, aber sie sind sehr teuer, produzieren enorme Datenmengen und sind deshalb nur für professionelle Anwendungen beispielsweise in der Studio-Fotografie geeignet. Für den engagierten Amateur ist eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) mit Vollformat-Sensor deshalb in aller Regel das Maximum und für seinen Qualitätsanspruch auch absolut ausreichend. Immerhin ist die Fläche eines Bildsensors im Vollformat 56 Mal so groß wie bei den kleinsten Chips der Kompatkamera-Klasse. Das bedeutet größere Pixel und geringere Pixeldichte. Beides kommt der Bildqualität vor allem bei schlechtem Umgebungslicht sehr zugute.

Kleinbildkamera
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Das von der Kleinbildkamera bekannte Maß hat sich in die digitale Zeit gerettet.

Die Sache mit der Tiefenschärfe

Die Sensorgröße hat auch einen Effekt auf die Tiefenschärfe (oder Schärfentiefe). Je größer der Sensor ist, desto kleiner ist der Bereich vor und hinter der eingestellten Entfernung, der noch scharf abgebildet wird. Die meisten Fotografen sehen die geringere Tiefenschärfe des Kleinbild-Sensors als Vorteil an. Sie erlaubt es, ein Motiv vom Hintergrund „freizustellen“, also zum Beispiel bei einem Porträt das Gesicht zu betonen, während der Hintergrund in Unschärfe verschwimmt. Wird doch einmal mehr Tiefenschärfe benötigt, lässt sich das durch Schließen der Blende erreichen – je kleiner die Blendenöffnung (je größer die Blendenzahl), desto mehr dehnt sich der Schärfebereich aus.

Brennweiten richtig umrechnen

Die gute alte Kleinbildkamera ist noch bei einem weiteren Thema in der Digitalfotografie präsent, nämlich beim Umrechnen der Brennweite von Objektiven. Üblicherweise wird die Brennweite als Kleinbild-Äquivalent (KB-Äquivalent) angegeben. 50 mm Brennweite entspricht beim Kleinbild-Format und damit auch bei einer Vollformat-Kamera einem Normalobjektiv, 24 mm oder 35 mm kennzeichnen gängige Weitwinkelobjektive, 200 mm hat ein Teleobjektiv, das gegenüber der Normalbrennweite eine vierfache Vergrößerung bietet. Die echte optische Brennweite eines Objektivs hängt dagegen von der Sensorgröße ab. Der Umrechnungsfaktor, auch Crop-Faktor genannt, ergibt sich aus dem Vergleich der Sensordiagonalen. Ein gutes Beispiel ist das maßgeblich von Olympus geschaffene Four-Thirds-System. Der Name bezeichnet einerseits das Seitenverhältnis 4:3, andererseits auch die Sensordiagonale von vier Drittel Zoll. Das ist genau halb so groß wie ein Vollformat-Sensor, der Crop-Faktor ist also zwei. Ein Four-Thirds-Objektiv mit 150 mm Brennweite wird im KB-Äquivalent zu einem stattlichen 300-mm-Tele, vergrößert also sechsfach gegenüber einem Normalobjektiv.

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